18
!
Ansbachsche verletzt, und der Marschall Bernadette habe auf da-gegen erhobene Beschwerde sich entschuldigt, und in den stärkstenAusdrücken ^versichert, daß er das preußische Gebiet respectirenwerde; dessenungeachtet wäre ohne vorangegangene Requisitiondurch zwei französische Connnissarien Quartier und Verpflegungfür 30,««»0 Mann in Uffenheim, Gunzenhausen und Weißenburgausgeschrieben, und trotz wiederholter Versicherungen des Mar-schalls, am 3. October die französische Armee über Sikartshausenin das Ansbachsche eingerückt, habe die preußischen Husaren-Offiziere, welche dagegen protestier hätten, mit ihren Detaschementszurückgedrängt und ihren Marsch mit der Aeußerung des GeneralsKellermann fortgesetzt, daß man vorwärts gehen würde, wennauch aus sie geschossen würde.
Diese Beleidigung wurde in ganz Preußen tief empfunden.Selbst der französische Gesandte und der General Duroc warendarüber bestürzt und erklärten sofort: „sie hätten mit Bedauernden Durchmarsch erfahren, und würden die vollständigste Genug-thuung geben, da er nur auf einem Mißverständlich beruhenkönne." Am 8. October fand aus Befehl des Königs eine Kon-ferenz statt zwischen dem Herzog von Braunschweig, dem Feld-marschall Möllendorf, den Ministern Hardenberg und Schulen-burg, in welcher anerkannt wurde: daß es für einen großenStaat unmöglich sei, solche Beleidigung der Souverainctät unge-ahndet zu lassen; daß einem solchen Beginnen mit großem Nach-druck begegnet werden müsse, und daß, wenn dte Verletzung aufausdrücklichen Befehl Napoleons geschehen wäre, der Krieg nichtzu vermeiden sei.
Noch am Schluß der Konferenz wurde gemeldet, daß dieVerletzung des Ansbachschen auf ausdrücklichen Befehl Napoleonserfolgt sei, daß auch der General Marmont mit der Gallo-Batavischen Armee über Rothenburg und ein französisch-bayerschesKorps über Fürth und Ansbach einrücken würden re. Dies machtedie Sache sehr ernsthaft. Dessenungeachtet wollte die Konferenznoch nicht die französischen Abgesandten abreisen lassen, um sichnicht der Koalition unbedingt in die Arme zu werfen, sondern sichihr nur so weit es das Interesse erforderte, anzuschließen.