welchen schlechte Menschen, meist Bauern und Vagabonden, unterdem Namen von Parteigängern führten. Die Einwohner solltenangewiesen werden, alle Nachrichten zu liefern, welche die Gefan-gennehmnng jener Leute erleichtern könnten, und im Unterlassungs-fälle harten Strafen unterliegen.
In Bezug ans die Behörden, die in jedem Augenblick vomFeinde erreicht werden konnten, waren jene Maßregeln nicht ohneErfolg; dagegen blieben sie in Bezug ans die Einwohner ohnealle Wirkung, und eS gelang dem Feinde nicht früher, dem Par-teigängcrkriege ein Ende zu machen, als bis Kolberg dergestaltbedrängt wurde, daß sie sich von selbst verboten.
Als der am 20. Mai vom Lieutenant Gruben aufs Neuemit 2ö Mann ansgesandte Bolontair Müller glücklich die Odererreicht und bei Nahansen 4 mit Getraide beladene Wagen ge-nommen hatte, erfuhr er, daß in dem l Meile entfernten Königs-berg Burgcmeister und Magistrat den Beschluß gefaßt hätten, dieBürger zu bewaffnen und bei Annäherung des Detaschements dieSturmglocke ziehen zu lassen. Dessenungeachtet marschirte er nachKönigsberg, vertheilte das genommene Getraide unter die armenSoldatenweiber, bemächtigte sich einer öffentlichen Kasse und zog,durch Ranzionirte ans 70 Mann verstärkt, wieder ab, leider nach-dem der Vnrgemeister, obgleich jene beschlossene Maßregeln nichtin Ausführung gebracht, auf eine rohe Weise gemißhandelt wor-den war. Bei Pehig überschritt der rc. Müller die Oder undging abermals nach Angermünde, woselbst eine Abtheilnng italie-nischer Infanterie, wahrscheinlich von dem auf Kolberg im Marschbegriffenen 4. Linien-Negiment, einquartiert lag. Dieselbe wurdeNachmittags 4 Uhr angegriffen und nach ziemlich andauerndemGefecht mit Verlust auS dem Orte vertrieben, während die Streif-partei nur 2 Todte und 4 Verwundete zählte. Am Abend ver-ließ der Volontair Müller mit der Beute von einigen Gewehren,mehreren Ballen Tuch uud Leinewaud, Angermünde und wandtesich auf JoachimSthal.
Die Kunde von diesem Streifzuge hatte sich indessen schnellverbreitet und der Feind sogleich seine Maßregeln getroffen, sodaß der Volontair Müller, sich verfolgt sehend, mehrere Tage und