das beim letzten Pulverschuppen am Strande Nr. 6. aufgestellteDetaschement zeitgerecht unterstützen zu können. Zn demselbenZweck wurden auch 2 Kompagnien Linien-Jnfanterie in die Vor-stadt Münde und etwas später noch zwei in die Vorstadt Pfann-schmiede gelegt.
Der Kommandant hatte gleich nach dem Verlust von Sett-now die Gelder-Vorstadt abbrennen lassen wollen, wie sich diesauch vollkommen hätte rechtfertigen lassen, indessen auf die Vor-stellungen Schill's, der die Vorstadt durch die Schanze auf demStrickertsberge und durch die sofort in Angriff zu nehmendeSchanze am weißen Kruge, vollständig gesichert glaubte, wurdenur verfügt, daß die Einwohner die Häuser abbrechen und ihreHabseligkeiten fortschaffcn sollten-') Ein Paar Tage daraufwurde die Vorstadt jedoch zum Theil und später ganz niederge-brannt, so daß nur die nunmehr erbaute Schanze a. am weißenKruge besetzt blieb.
Durch die Wegnahme von Sellnow war Kolberg auf demlinken Ufer der Persante auf ein geringes Terrain beschränktworden und es stand zu erwarten, daß der Feind Alles aufbietenwürde, sich des Hafens zu bemächtigen, um der Festung die letzteund wichtigste Verbindung zu nehmen. Die vorhandenen Werke,das Fort Münde, die Kirchhofs-Schanze und die Morast-Redoutc,deckten den Hafen gegen einen Angriff nach der Westseite, nämlichvon der Mayknhlc her — einem mit Hoch- und Niederholz be-standenen, zum Schutz gegen die Versandung deS Hafenö ange-legten Busch — nur sehr unvollkommen, und das Gesichtsfeldder Heyden- tMaykuhlen-) Schanze beschränkte sich auf die Seeund den Strand, da man nur die Stetten des Busches abholzte,wo dies bei den fortifikatorischen Anlagen uothwendig war.
Man war also offenbar nicht im Stande, einem VorrückendeS Feindes in dem Dünen-Terrain längs der Küste auf der
1) Schill erhielt für sein Verhalten bei dieser Gelegenheit, hauptsächlichaber wegen des eigenmächtigen Allarmschlagens in der Festung, Stuben-Arrest, was zn »»angenehmen Bewegungen in der Stadt nnd zu »euer Auf-regung gegen den Obersten Lncadou Veranlassung gab.