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der Lieutenant Fehrentheil, der jüngste Offizier des Ingenieur-Korps, der mithin wohl so eben erst die Akademie verlassen hatte.
Die alteren Offiziere der 3. Bataillone waren meist invalideGreise, die der mittleren Grade zum Theil mit irgend einem leib-lichen Mangel behaftet; nur die von den Regimentern abkomman-dirten Lieutenants waren gut und brauchbar.
Beim Vorgehen des Lannes'schen Korps von Stettin längsder Netze gegen die Weichsel, beobachteten die Franzosen Kolbergnur sehr von fern, und wurde die Festung daher auch wohl nurversuchsweise durch den Obersten Mestram im Namen des Gene-rals Suchet aufgefordert. In Folge des Berichts über diese Auf-forderung und den gleichzeitigen über den Zustand der Festungan den König, mußte der Flügel-Adjutant Major Graf Götzenam 10. November aus Graudenz nach Kolberg gehen, um dieKommandantur zu übernehmen, falls ihn^ nach vorangegangenerPrüfung das Benehmen des Kommandanten uud der Bürgerschaftirgendwie bedenklich erscheinen würde. Der Graf Götzen über-zeugte sich bald von den elenden Vertheidigungsmitteln der Festung,scheint aber kein Mißtrauen in die Persönlichkeit des OberstenLucadou gesetzt zu haben, da er zu dem Könige zurückkehrte, unddurch Kabinets-Ordre vom 14. Dezember der am 4. desselbenMonats nach Kolberg gekommene Hauptmann Waldenfels vomInfanterie-Regiment Zweiffel zum interimistischen 2. Komman-danten ernannt wurde, um den Befehl in der Festung zu über-nehmen, wenn die körperlichen Kräfte des Obersten nicht mehrzureichten, um den Anforderungen an einen Kommandanten inso schwierigen Verhältnissen zu entsprechen. Der HauptmannWaldenfels, 37 Jahr alt, war ein tapferer, ehrgeiziger Soldat,dem das Treiben in der Festung, bevor sie den Feind unter ihrenWällen sah, keinesweges behagte, und der daher, angereizt vonan erer Seite, seine Blicke über den Bereich der Festung hinaus-warf. Anfangs gelang es ihm wohl, den Obersten Lucadou mitfortzureißen, aber als daS erste Unternehmen in der Ferne vonKolberg gründlich scheiterte, war auch das Vertrauen des Ober-sten zu seinem 2. Kommandanten gestört, so daß die Stellungbeider Männer, die bestimmt waren Hand in Hand zu gehen, bei