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4 : 2, Der Felzug von 1807. - 1851 (1855)
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Festung nicht vor Ende Februars 1807 bedroht zu sehen, denihm anvertrauten Posten nicht ohne Weiteres übergeben habenwürde. Was man dem Obersten Lucadou zur Last gelegt hat,traf seine Einsicht, nicht seinen Willen, und so manche Klageist vom Unverstand und von verletzter Eitelkeit erhoben worden.Es ist nicht Jedermanns Sache in ungewöhnlichen Zeiten auchUngewöhnliches zu leisten. Die Zeit des Obersten Lucadou war imVergehen; man darf sich daher nicht wundern, daß er in seinemAlter sich nicht sogleich in die Ansichten der neu eintretrnden Zeitzu finden wußte. Man darf vor Allem aber nicht übersehen, daßer von den Personen, die für die Vertheidigung der Festung sei-nen nächsten Rath bilden sollten, nur sehr dürftig unterstütztwurde, und die Bildung des damaligen preußischen Infanterie-Offiziers nur in sehr seltenen Fällen gestattete, das was dem In-genieur ic. abging, aus eigenen Mitteln zu ersetzen. Daß derKommandant seinem Könige treu ergeben war, beweist sein Eifergegen die Stettiner-Kammer, welche die ihr untergeordneten Be-hörden aufgefordert hatte, dem französischen Kaiser zu schwören,obgleich die Franzosen die Provinz auf dem rechten Oder-Ufer nurzum kleinen Theil berührt hatten. Daß er auch nicht ohne dienöthige Energie war, das zu vertreten, was seine Einsicht gut ge-heißen hatte, beweist, daß er die Landräthe anwies, dem Verlan-gen jener Kammer keine Folge zu geben, vielmehr die einzuziehen-den Abgaben der Kommandantur einzuliefern und deren Anord-nungen in militärischer Hinsicht pünktlich zu befolgen').

Die Artillerie des Platzes kommandirte der 63jährige, kränk-liche Major Matke, der fortgesetzt nur durch eine äußerst geringeAnzahl Artillerie-Offiziere unterstützt wurde.

Ingenieur-Offizier des Platzes war der Hauptmann Döring;ihm zur Seite stand der wieder eingetretene Lieutenant Böhn und

1) Es ist hier die Persönlichkeit des Kommandanten absichtlich besondershervorgehoben worden, weil die wunderlichen Verhältnisse Kolbergs leicht einefalsche Vorstellung von derselben Hervorrufen könnten, und der KolbergerBürger Nettelbeck, dessen Verdienste übrigens wohl anzuerkennen bleiben, inseiner Biographie sich bewogen gesunden hat, jenen würdigen Mann öffent-lich zu verunglimpfen.

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