da indessen eine solche Maßregel schurstrackS dem Begriff vonNeutralität entgegen war, so wurden die Unterhandlungen abge-brochen, und die Feindseligkeiten nahmen sogleich wieder ihrenAnsang.
Der Feind suchte sich nun von Schönwalde aus der Stadtzu bemächtigen, wurde aber durch die beiden Schützenkompagnienund durch das flankirende Feuer der niederen Batterien an sei-nem Vorhaben verhindert; die Gefechte dauerten unentschieden bisin die Nacht zum 29. Juni, wo die feindlichen Schützen dieStadt umschlichen, die hinter den Werken und Pallisaden stehen-den Mannschaften vertrieben, und während die Stadt durch 2 Hau-bitzen beworfen wurde, trotz der heftigsten Gegenwehr in die vor-dersten Häuser eindrangen. Der Feind setzte diese Häuser sogleichiu Brand, und fuhr gleichmäßig in dieser Maßregel fort, so daßdie ganze Stadt bis auf wenige Häuser ein Raub der Flammenwurde; 150 Bürgerwohnungen, außer den beiden Kirchen undden öffentlichen Gebäuden, wurden in Asche gelegt, nachdem sievorher geplündert, die Einwohner gemißhandclt worden waren.Die beiden Schützenkompagnien zogen sich fechtend hinter die Pal-lisaden der Kasernen zurück. Der Kommandant hatte es nichtüber sich gewinnen können, den Feind durch das Wurfgeschütz derFestung aus der Stadt zu vertreiben, und während des ^stän-digen Gefechts nichts gethan, als unablässig ans die Flanken derStadt und auf die von dem Feinde stark besetzten Brandstellenvon Schönwalde zu wirken. Der Feind betheuerte später, daßseine zwecklose Mordbrennerei ganz ohne Befehl geschehen, undwahrscheinlich durch die Wuth einiger französischer Sapeurs, dieihre gebliebenen Kameraden hätten rächen wollen, veranlaßt wor-den sei.
Am 29. Abends erschien ein feindlicher Parlamcntair, umdie abgebrochenen Unterhandlungen wegen Neutralität der Stadtfortzusetzcn. Der Kommandant begab sich am 30. zum GeneralTeroy, und schlug eine Demarkationslinie vor, wodurch die Stadt,die Kasernen und die beiden Bergrücken unter dem Spitzbergeund dem Hohenstein bis an diese Werke als neutrales Terrain