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in deren Gegenwart den Artillerie-Major Thiemann auf Ehre ^
und Pflicht auf, zu erklären, auf wie lange er mit Munition ver- ^
fehen sei. Der Major eröffnete, daß bei einer Belagerung, wie ,
man sie zu erwarten habe, und bei dem Verlust an Munition,den man beim Sturm des verschanzten Lagers erlitten, nur einVorrath auf 16 — 20 Tage vorhanden sein dürfte.
Auf Grund dieser Erklärung theilte der Graf den Stabs- ^
osfizieren das Ergebniß der Unterhandlungen mit Jerome mit, ^
setzte ihnen dann die mißliche Lage von Glatz auseinander, ohne ^
der eingetroffeuen Kabiuetsordre vom 14. Juni, und der darin ^
ausgesprochenen Hoffnungslosigkeit eines Entsatzes von Seiten der ^
großen Armee zu gedenken, und forderte sie auf: uuverholen zu ^
erklären, ob sie es für rathsam hielten: die vorgeschlagcne Kon- ^
vention einzugehen, oder sich ferner zu vertheidigen; sie möchten ^
bedenke», was sie dem Könige und der eigenen Ehre schuldig ^
wären; befände sich daher Einer unter ihnen, der glaube, durch ^
eine solche Konvention die Pflicht gegen den König oder die Ehrezu verletzen, der möge frei anftreten, er, der Graf, würde ihm,vermöge der ihm erthcilten Vollmacht das Kommando übergeben, >
wenn es auch der Jüngste unter ihnen sein sollte. Als Alles ^
still war, wandte sich der Graf an jeden Einzelnen. Der Ael-teste, der Oberst Albert, erklärte: „er brauche nichts zu sagen,als daß er statt 1000 Centner Pulver, deren er wenigstens zuden Minen bedürfe, nicht 20 besitze." — Der Oberst Gleissen- ^
berg hielt den Tag, wo man kapituliren würde, für den schreck- «
lichsten seines Lebens, doch als ihm der Graf Götzen erklärte,baß es ja nur von ihm abhange, sich gegen die Konvention zu «>
erklären, dann würde von ihr nie mehr die Rede sein, crwiederte :!
der Oberst, daß er wohl einsehc, daß durch die Konventon weit >vii
mehr gewonnen würde, als durch die hartnäckigste Vertheidigung ^
gewonnen werden könne. Tie übrigen Stabsoffiziere erklärten O
nun einmüthig, daß sie unter den vorhandenen Umständen die ^
Konvention nicht allein für sehr zweckmäßig, sondern auch für ^
sehr ehrenvoll hielten, indem sie glaubten, in der ganzen jüngst- jj,
vergangenen Zeit bewiesen zu haben, daß sie ihrem Könige undVatcrlande treu und ohne Rücksicht auf eigenes Wohlergehen dien- ^