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4 : 2, Der Felzug von 1807. - 1851 (1855)
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ten der Bürgerschaft vor, und befragte sie um ihre Meinung.Das Resultat der Berathung war, daß mau sich entschloß, eineKapitulation einzugehen.

Nachmittags 4 Uhr kam der Oberst Duveyrier, zu Unter-handlungen wegen der Uebergabe bevollmächtigt. Das Bombar-dement dauerte auch jetzt noch fort. Der Gouverneur konnte denverlangten Waffenstillstand auf 8 Tage, um dem Fürsten vonPleß Zeit zu einem neuen Entsatzversuch zu geben, so wenig er-lange», als die Absendung eines Offiziers nach Kalisch, durchden man sich überzeugen wollte, ob Russen im Anmarsch wärenoder nicht. Lediglich zum Arrangement der Angelegenheiten derStadt und der Garnison wurden 3 Tage bewilligt.

Am 5. Januar erschien der Oberst Duveyrier abermals,und die Kapitulationspnnkte wurden von beide» Theilen nichtohne Streitigkeiten, Vor- und Gegenvorstellungen, nach 6 Uhrunterzeichnet.

Schon an diesem Tage, als man die Gewißheit von derKapitulation erhielt, brach der Geist der Insubordination unterden Truppen hervor, und äußerte sich durch grobe Widersetzlich-keit gegen die Oberen, Zerstörung des königlichen Eigenthums,Verkauf der königlichen Effekten und Kriegsvorräthe. Am 6.wurden diese Erzesse von dem Militär, in Verbindung mit demPöbel der Stadt, in gesteigertem Maße, sowohl auf den Wällenals in der Stadt, besonders an königlichen Gebäuden, Magazi-nen rc. fortgesetzt, und weder durch die städtische Polizei, nochdurch Kavallerie-Patrouillen konnte den Ausschweifungen, Plün-derungen, Schießen auf den Straßen rc. Einhalt gethan werden,so daß man sich endlich genöthigt sah, schon am 0. Abends dasNikolai- und Oderthor von dem Feinde besetzen zu lassen-

Am 7. Januar rückte die Besatzung gegen 10 Uhr Vor-mittags aus und streckte das Gewehr; der schlechtere Theil derBesatzung setzte auch hier noch die Unordnungen fort, und einegroße Anzahl Gewehre und Trommeln wurde noch zerschlagen.Rur die Artillerie und die Land-Reserven beobachteten die altepreußische Zucht, wie denn überhaupt die Artillerie in dieser kur-