von Breslau schien dem Grafen Götzen daher die Grundlagealler übrigen Unternehmungen zum Heile des Staats; doch aller-dings mußte er aus den oben angegebenen Gründen schnell er-folgen.
Die Ankunft des Fürsten von Anhalt Pleß verzögerte sick-leider bis zum 18. Dezember; der Feind hatte sich nun bereitsverstärkt, schien jedoch noch nicht alle Kräfte beisammen zu haben;war daher an einen förmlichen Entsatz nicht mehr zu denken, soschien es doch durch einen überraschenden Anfall noch möglich,mit Breslau hinlängliche Zeit in Verbindung zu treten, um 1oder 2 Bataillone guter Truppen, und die Bedürfnisse, an wel-chen die Stadt vielleicht bereits Mangel hatte, hineinzuwerfen, da-gegen die bedeutenden baaren Geldbestände, die reitende Artillerieund die von der Bürgerschaft abgelieferten Gewehre herauszu-ziehen-
Gleich nach der Ankunft des Fürsten von Pleß wurden alleAnordnungen zum Entsatz von Breslau getroffen, doch bevor wirdiese näher betrachten, müssen wir nach jener Festung zurückkeh-ren, um den Stand der Dinge daselbst kennen zu lernen. —
Als auf Veranlassung des Ingenieur-Brigadiers GeneralLiudener am 19. Oktober die Armirungs-Arbeiten von Breslanihren Anfang nahmen, hatte das Gouvernement sofort die Ge-schütze nach den Anßenwerken abführen und angemessen anfstellenlassen, auch die Pallisadiruug dieser Werke, die Instandsetzungder Zugbrücken re angeordnct. Wegen der Weitläuftigkeit derWerke und deren zum Theil schwierigen Verbindung unter ein-ander, wurde die Festung in ck Hauptfronten eingetheilt, und jedeeinem Stabsoffizier der Infanterie als Divisionär und einemälteren Artillerie-Offizier zur vollkommenen Ausrüstung der Werkeund deren dereinstigen Vcrthcidigung übertragen. Es stand somitin der Absicht deS Gouvernements, sämmtliche Außenwerke fest-zuhalten und zu verthcidigen, doch als am 6. November der Ge-neral Lindcner eintraf, brachte er eö dahin, daß man von diesemVorhaben abging und die Vertheidigung auf den mit breitenWassergräben umgebenen Hauptwall beschränkte; nur das Niko-lai-Kronwerk, die Mühlbergschanze, das Oder-Kron-