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2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
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Die Mannschaften deS Regmts. Hagken und der 3. Batailloneerbrachen die Magazine, berauschten sich, zerstreuten oder verkauf-ten die Lebensmittel, schossen die Gewehre in den Straßen ab,besonders gegen das Haus des Kommandanten, so daß dieser das3. Bataillon des Regiments Hagken und die Husaren des Lieute-nants Santha, die in der Nähe waren, zu seinem Schutze auf-stellen ließ. Die versammelten Offiziere, in der Hoffnung einesgünstigen Erfolges des abgeschickten Schreibens, begaben sich fort,um die Ruhe zu stillen, doch vergeblich. Nur einzelne Kompagnienvon den Regimentern Lettow, Oranien und Grävenitz, besondersaber die Husaren, blieben theils auf ihren Posten auf den Wällen,theilS in der Stadt bis am folgenden Morgen in Ordnung, wodie Meuterer das Brückenthvr erbrachen, ihre Gewehre und Mu-nition in die Weser warfen und davon liefen. Nun löste sichAlles auf, und da die meisten Regimenter ihre Kantons in West-falen hatten und das linke Weserufer vom Feinde nicht besetztwar, so entkamen die Leute fast sämmtlich, und gaben sich beispätem Nachfragen für Deserteurs aus, um der Kriegsgefangen-schaft zu entgehen, während in der That höchstens 20 Mann inder Zeit der Berennung desertirt waren. Mehrere Bürger undSoldaten waren durch daö Gewehrfeuer verwundet und getödtetworden.

Am 2l. Morgens brachte der Kapitain Charles ein Schrei-ben des Generals Savary an den General Lecoq. Dasselbe ent-hielt die im hochmüthigsten Tone abgefaßte Erklärung, daß ernicht gewohnt sei, aufrührerischen Bewegungen nachzugeben; daßcs unerhört sei, daß einer undisziplinirten Truppe das Recht ein-geräumt werde, einer abgeschlossenen Kapitulation noch Bedingun-gen zuzufügen, die bloß ihr Privat-Jnteresse beträfen; daß dieKapitulation werde gehalten werden und alle preußischen Offizieremit Vermögen, Freiheit und Leben dafür verantwortlich gemachtwerden würden; daß er beim Einrücken, wenn er den geringstenWiderstand fände, die größte Strenge werde walten lassen; daßcr den Kommandanten auffordere, ihm die aufrührerischen Offi-ziere namhaft zu machen, damit für solches Betragen auf sie dieganze Last der Rache fallen könne.