371
Napoleon hatte unterm 13. November dem M. Mortier be-fohlen, nunmehr ernsthaft an die Einschließung von Hameln zugehen, zwei Brücken über die Weser schlagen zu lassen und an-zuordnen, daß die Blokadetruppen sich gehörig verschanzten, umgegen jeden Ausfall sicher zu sein; Rinteln solle ihnen als Stütz-punkt dienen, und die Geschütze zum Angriff hergeben; das etwa(,000 Mann starke holländische Korps scheine ausreichend, umgehörig verschanzt gegen die Besatzung gesichert zu sein. Unterm18. November bestimmte Napoleon auS Berlin endlich dem Ge-neral Savary, sofort abznreisen und sich vor Hameln zu begeben,um daS Kommando über die Blokadetruppen zu übernehmen; dieGeschütze aus Rinteln sollten den Platz bewerfen und dadurchdie Uebergabe beschleunigen, die Feldgeschütze die Verschanzungenvertheidigen; das 12. leichte Infanterie-Regiment sei bereits vonKassel zur Verstärkung unterweges; der dortige Kommandant,General Lagrange, solle noch ausgefordert werden, einige Kaval-lerie abgehen zu lassen; der Garnison von Hameln könne eineKapitulation bewilligt werden, durch welche sie kriegsgefaugen, dieOffiziere auf ihr Ehrenwort entlassen, die Gemeinen aber nachFrankreich transportirt würden rc.
Napoleon hatte den rechten Mann gewählt, um schnell zumZiele zu gelangen.
Am 20. Morgens ritten die Generale Schöler, Hagken undLecoq und der Oberst Heyn, Kommandeur des Regmts. Oranien,mit ihren Adjutanten unter der Bedeckung der Husaren des Lieut.Sautha nach der Wehrberger Warte; der General Wedell hattein der Abwesenheit des Kommandanten den Befehl in Hamelnerhalten.
Eine Menge französischer Offiziere befand sich vor dem Hauch,wo der General Savary abgestiegen war; zwei Dragoner-Schwa-dronen waren aufmarschirt; nur auf die bestimmte Fordernng desGenerals Schöler wurde der Oberst Heyn mit eingelassen, undbald schickte man auch nach dem Obersten Caprivi. Der franzö-sische General empfing die preußischen Generale sehr barsch, sagteihnen im Namen seines Kaisers, daß der letzte Augenblick zurKapitulation gekommen sei, man später sich zu Nichts mehr ver-