Netze belassen wir die Spitzen der französischen Armee, da hier-mit die Wirkung der Begebenheiten an der Saale ihr Ende er-reicht hat und mit dem Auftreten der Russen und der bisher nochzurühgehaltenen, wenn auch geringen preußischen Kräfte eigentlichein neuer Feldzug beginnt, sv daß wir nur noch die Begeben-heiten vor Magdeburg und au der Weser, so wie die Versuchenachzuholen haben, welche von Seiten Preußens mit der Sendungdes Marquis Luchesini in das französische Hauptquartier gemachtwurden, um den Frieden herbeizuführen, bevor das ganze wehrloseLand bis an die Weichsel in die Hände der Franzosen gefallen war.
Kapitulation von Magdeburg am 8. November.
Magdeburg war trotz des früheren höchst verfallenen Zu-standes und der fehlerhaften Konstruktion der Werke dennoch durchden seit Ende April 1806 unternommenen Korrekturbau und durchdie Thätigkeit des Ingenieurs vom Platz, Hanptmann Kleist, da-hin gebracht worden, daß die ganze Hauptfestung, die Stern- undThurmschanze eine tüchtige Pallisadirung erhalten hatten, sämmt-liche Barrieren eingehangen, die Barrikaden und Kommunikations-brücken fertig, alle schadhaften und fehlenden Brustwehren in Ord-nung gesetzt, viele Werke der äußern Umwallung durch starkePallisadiruugen zusammengehangen, ihre Saillants bonnetirt unddie Gräben am Austritt nach der Elbe gesperrt worden waren,und überhaupt die Festung sich in einem Zustande befand, daßsie bei einer irgend ernsten Gegenwehr nur durch einen förmlichenAngriff erobert werden konnte- Lediglich die Vorstädte waren nichtin der Lage, einen langen Widerstand zu leisten. Man beabsich-tigte aber auch nur den Feind durch die in ihrer Nähe angeleg-ten Verschanzungen so lange aufzuhalten, bis die Einwohner Zeitgesunden hatten, ihre Habseligkeiten zu retten. Dann sollten dieVorstädte niedergebrannt werden, wenn gleich die vielen massivenTrümmer immer noch die freie Aussicht benahmen.
Die Festung besaß 5,77 Stück Geschütz, überflüssige Muni-tion, 20,339 Mann Infanterie, 2110 Mann wirkliche Artilleristen,510 Mann Kavallerie, 1159 Mann von den Ponton- und anderenTrains, zusammen 2-4,118 Mann und 6563 Pferde, so daß eine
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