langsamen Schritt mit Entschlossenheit bis ans 100 Schritt vomHolsteinschen-Thor ungeachtet des heftigen Flankenfencrs von denWällen vor. Die Bataillonsstücke wurden vorgcholt um in denStraßen den Feind mit Kartätschen zu beschießen. Die Ueber-macht war indessen zu groß, und als nun auch die Brücke amThor von den Franzosen besetzt wurde, wurden die Preußen inFront und Flanken aufs Lebhafteste beschossen. Der Verlust wardurch die Aufstellung in Kolonne sehr groß; das Feuer der Ba-taillons-Kanonen verhinderte ein weiteres schnelles Vordringen, dieeinzige Maßregel die unter günstigem Umständen vielleicht hättezum Ziele führen können- Der Rückzug mußte auf die hinterLübeck versammelte Kavallerie angetreten werden.') Das Dra-goner-Regiment Osten übernahm die Arriergarde in der Richtungauf Schwartau. Die Division Drouet folgte den Preußen ausdem Holsteinschen-Thor sowohl auf Krempelsdorf als auf Schwar-tau, unterstützt von der Division Rivaud und der leichten Kavalleriedes Bernadotteschen Korps. Die Plänkler der Dragoner vonOsten hielten den Feind in gehöriger Entfernung.
Die Truppen am Mühlen- und Hörter-Thor waren währenddes Gefechts in der Stadt anfs Neue in der Front lebhaft an-gegriffen worden, und wurden nun auch bald von den Truppendes M. Bernadotte im Rücken attakirt. Sie wehrten sich amMühlenthor, somit in der rechten Flanke, Front und im Rückenangegriffen, unter dem General Lettow wie Verzweifelte, obgleichder Feind die Häuser hinter den Wällen besetzt, die Dächer ab-gedeckt hatte und die Vertheidiger von dort aus auf das Hef-tigste beschoß. Die Mannschaft war fast sämmtlich todt oderverwundet, die Patronen sämmtlich verfeuert, in der Stadt hattedas Gefecht bereits längst aufgehört, als endlich um 2 UhrNachmittags der General Lettow Chamade schlagen lassen mußte.
1) Von dem Regiment Kunheim blieb der Hanptmann Werder. 3 Ossi-ziere waren verwundet. Der Herzog von Oels hatte einen Prellschuß er-