Druckschrift 
2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
282
Einzelbild herunterladen
 

282

In dem Halbzirkel am Burgthor standen die Geschütze soeng, daß die Bedienung im höchsten Grade behindert war, indemum den vorliegenden Damm zu bestreichen, und nach dieser Rich-tung Front zu macheu, die Mündung der einen Kanone bis anden Nichtkeil der andern zurückgenommen, und daher auch dieBedienungsmannschaft des vorstehenden Geschützes beim Feuer deszurückstehenden zurückgezogen werden mußte. Die Munitionswagenwurden durch das gewölbte Stadtthor in den nächsten Straßenrechts und links auf dem Bürgersteige aufgestellt, 8 Kanonen seit-wärts auf dem abgetragenen Wall und > Kanone hinter demHalbzirkel nahe am Thor. Die Bespannung und die Protzender Geschütze scheinen mit in den Halbzirkel gebracht worden zusein, da sich sonst später die Geschütze nicht hätten aufgeprotzt zu-rückziehen können; auch scheint die Bestimmung wegen Verthei-lung der Munition nicht befolgt worden zn sein. Kaum warendie Geschütze aufgestellt, als ein Husaren-Offizier, der den Befehlhatte, die Straßen von der Menge Fuhrwerk frei zu machen, auchdie Munitionswagen der Artillerie im Halbzirkel zurückwies, sodaß die ^ k 2pfündige Batterie augenblicklich für das Geschütznur die 0 Kartätschschuß im Laffetenkasten bei sich hatte. Erstspäter gelang es, die Munitionswagen wieder bis zu dem demPosten zunächst gelegenen Werke, aber immer noch in bedeutenderEntfernung, zurückzuführen.

Zu dieser unangenehmen Aufstellung kam noch, daß dasTerrain vor dem Burgthor gegen den Galgenberg ansticg, unddas Thor und den Halbzirkel völlig einsah.

Den Zugang zu dem Halbzirkel bildete ein 20 Schritt brei-ter Damm, aus beiden Seiten durch das Wasser der breiten Wa-kenitz und der tiefen Trave auf 100 Schritt Entfernung vomHalbzirkel begrenzt. Das jenseits der Trave liegende BastionBellevue flankirte den Damm auf 200 Schritt durch Artillerie-und Gewehrfeuer. Auf der Kourtine neben dem Bastion Bellevuestand das Infanterie-Regiment Manstein. Sowohl dieses Regi-ment, als das Regiment Oels standen unter dem Befehl des Her-zogs von Oels, der am Burgthor kommandiren sollte.

Vom Burgthor ritt der General Blücher nach dem Härter-