Druckschrift 
2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

1.81

N

u«t

AU

ingir

»g»

is, «r!NI slim kläistll.

11« ü'Dikntzllmecuiik« kMlIliUciit KWäll

M

j!--

^A-

Hläl

eB

»D

ll»

Staatsgesänguiß sei und sich nicht halten könne. Der Parlamen-te wurde wie die früheren abgefertigt.

Ter Feind schob nun Posten nach dem verfallenen Ravelinvor, auch versammelten sich Truppen auf der Berliner-Brücke.Gegen Mittag führte er mehrere Geschütze jenseits der Spree ans,die nur mit Blühe auf dem nassen Wiesengrund placirt werdenkonnten; eben so auf der Seite von Oranienburg, doch ohneBedienung.

Nunmehr ließ der Kommandant einen Kriegsrath zusammen-bernsen, in welchem, mit Ausnahme deS Jngenieur-HauptmannsMeinert, alle Mitglieder für die Uebergabe stimmten, obgleich nochkein Schuß gefallen war, und zwar mit Rücksicht auf den schlech-te» Zustand der Werke, auf die Unzulänglichkeit der Munitionund Besatzung und den Schaden für das königliche Interesse unddas der Einwohner bei einer Vertheidigung.

Um 4 Uhr Nachmittags erschien ein vierter Parlamentair.Die äußere Zugbrücke blieb aufgezogen und mit 1 Unteroffizierund 12 Manu besetzt, die ohne Erlaubuiß des Kommandantenund der Stabsoffiziere Niemand hineinlassen sollten. Der Kom-mandant erklärte gegen den Parlamentair seine Bereitwilligkeit zurUebergabe, und der Gouvernements-Auditeur sollte die Kapitula-tivnspunkte aussetzen, nach welchen die Besatzung kriegsgefangen,die Offiziere mit Belastung ihres Eigenthums auf ihr Ehrenwortentlassen werden sollten. Während dieser Arbeit ging der Kom-mandant ab und zu, und soll dem Posten an der Zugbrücke mitdem Schnupftuch gewinkt haben, den Auszug herunter zu lassen.Genug, während man noch an den Kapitulationspunkten arbeitete,traten der Großherzog von Berg, der M. Lannes, der GeneralVictor und mehrere andere französische Offiziere in das Zimmer,drangen französische Soldaten in die Citadelle ein und verjagtendie Preußen von den Wällen, so daß diese besetzt waren, bevornoch die Kapitulation abgeschlossen worden; die Besatzung warder Gnade des Feindes anheimgegebeu- Die Franzosen bewillig-ten indessen die bereits angebotenen Bedingungen.

Ter Kommandant wurde 1808 zum Todtschießeu verurtheilt,doch vom Könige mit lebenswieriger Festungsstrafe begnadigt.

0*