Druckschrift 
2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
110
Einzelbild herunterladen
 

110

der Fürst auf Befehl des Königs unterrichtet worden, daß derMarquis Luchefini in das Hauptquartier Napoleons gesandt wor-

übernommen habe. Ich bin auf meinem Marsche hierher vom Feindenicht beunruhigt worden. Die Arriergarde des Generals Grafen Kalk-reuth wurde bei Nordhausen angegriffen, während welchem Gefechte ichmit dem mir anvertrauten Korps auf den Höhen von Petersdorf aus-marfchirt war, um seinen Rückzug zu decken. Bei meiner AnkunftHierselbst habe ich gleich alle Anstalten gemacht, um die Leute, welchesich bis hierher verlaufen hatten, wieder zu ihren Korps zu senden, undAlles aufs Neue zu organisiren. Ich würde auch gewiß damit ganz zuStande gekommen sein, wenn die Annäherung des Feindes gegen dieseFestung mich nicht in die Nothwendigkeil setzte, den fernern Marsch an-zutreten. Gestern Abend gegen k;10 Uhr wurde mir von meinenVorposten gemeldet, daß der Chef des Generalstabes des Prinzen Mürat,der General Beliard, bei ihnen angekommen sei, und Aufträge an denkommandirenden Offizier habe. Ich ließ ihn zu mir bringen und eräußerte mir: daß er sehr verwundert sei, mich hier zu finden, da ermich mit der Armee schon aus dem rechten Elbuser geglaubt habe. Alsich ihn nach seinen Aufträgen fragte, antwortete er mir: daß solche anden Gouverneur gerichtet seien, und daß die Achtung gegen mich, ihmverboten, mir darüber etwas zu eröffnen. Ich drang darauf nicht weiter" in ihn, konnte doch aber wohl bemerken, daß von einer Aufforderungdie Rede sei. Da nun, wie ich schon weiter oben bemerkt habe, derFeiud der Festung sich sehr genähert, und während der Nacht wahr-scheinlich bedeutend verstärkt hat, so bleibt mir, um die Armee zu retten,und einem Gefechte auszuweichen, das sebr uachtheilig werden könnte,nichts übrig, als über die Elbe zu gehen, und Alles auszubieten, um andie Oder zu kommen und E. K. Ni. dadurch mich zu nähern. Ichlasse demnach meine Kavallerie um 3 Uhr Morgens durch die Stadtgehen, wo sie die Elbe passiven wird. Ans die Kavallerie lasse ich dieInfanterie folgen, und ich hoffe, bevor es Tag sein wird, mich mit derArmee auf dem rechten Ufer der Elbe zu befinde». Da mich auf die-sem Marsche die Equipage sehr geniren würde, so lasse ich solche, wenndie Armee die Elbe passirt hat, unter der Protektion des Geschützes vonden Wällen in die Festung kommen und daselbst zurück. Es werdennur die Geldwageu und die Kommandeur-Chaisen mitgenommen.Heute marschire ich bis Burg und Gegend. Obgleich ich den HerzogEugeu von Württemberg mit allen Egards begegnet habe, so hat er mirdennoch schriftlich bekannt geinacht, daß seine Gesundheit ihm nicht er-laubt, das Kommando seines Korps Leizubehalten, sondern daß er sichzurückbegeben werde. Ich habe nichts dagegen gehabt, suSpendire aber