Druckschrift 
2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
92
Einzelbild herunterladen
 

92

deckmig, verstärkt durch 100 Pferde von Bailliodz - Kürassierenunter dem Major Wurmb, in der Nacht ab, um, Stendal rechtslassend, auf Sandau zu marschireu. Der General Zweiffel wurdebefehligt, Alles dergestalt einzurichten, daß die Ueberfahrt der Ba-gage am 25». Nachmittags beginnen und mit Tagesanbruch des26. beendet sein könne.

Der General Wobeser, der mit seinem Detaschement der ehe-maligen Blücherschcn Kolonne noch bei Arneburg stand, wurdebenachrichtigt, wann die Bagage übergehen würde, und beauftragt,vor derselben die Elbe zu überschreiten.

Den 25,. Oktober Vormittags ging der genannte Generaldaher bei Sandau über und marschirte nach Havelberg. DasKorps des Herzogs von Weimar brach um 5, Uhr Morgens auf;der General Pletz durch den Letzlinger Forst mit der leichten Ka-vallerie in Kantonirungen hinter der Tanger, Feldwachen auf derStraße nach Wollmirstadt bei Burgstall, die Jäger und reit.Artillerie in Gahlen und Gohre; die übrigen Truppen mitAusnahme des 2. Bataillons Pletz-Husaren, daö zum GeneralPletz rückte in Stendal und Gegend bis Arnebnrg. Rendez-vous der leichten Kavallerie Buchholz, der gesammten InfanterieStendal. Die Artillerie wurde vor dem Thore aus dem Wegedurch die Mesche nach Arnebnrg aufgefahren.

Die Seiten-Patrouillen der Kavallerie brachten um MittagGefangene ein, welche anssagten, daß der M. Soult mit 49,000Mann auf dem Marsch nach Tangermünde sei. Gegen 4 Uhrmeldete der General Pletz, daß der Feind die Feldwachen bei Burg-stall geworfen habe und bis Lüderitz vorgedrungen sei. EinGefangener sagte aus, der M. Soult sei um .4 Uhr Morgensaus der Stellung vor Magdeburg aufgebrochen. General Pletzmeldete weiter, daß er die leichte Kavallerie bei Buchhol; ver-sammelt habe, der Feind stark an Kavallerie, der General abernoch im Besitz von Lüderitz sei. Bald darauf: daß eine starkefeindliche Kolonne, bei der man auch Infanterie gesehen, überTangermünde vorgehe, und daß er sich zurückziehe. Gleichzeitig mitdieser Meldung hörte man und sah aus den Fenstern des Herzogsin Stendal Feuern beim Dorfe Bindfelde. Es wurde Allarm