Druckschrift 
6 (1796) [Wilhelm Meisters Lehrjahre. Bd. 4]
Entstehung
Seite
407
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Bey der Betrachtung, daß vortrefflicheKunstwerke in der neuern Zeit so selten seyen,sagte der Markest: cs läßt sich nicht leichtdenken und übersehen, was die Umständefür den Künstler thun müssen, und dannsind bey dem größten Genie, bey dem ent-scheidensten Talente noch immer die Forde-rungen unendlich, die er an stch selbst zumachen hat, unsäglich der Fleiß, der zu sei-ner Ausbildung nöthig ist. Wenn nun dieUmstände wenig für ihn thun, wenn er be-merkt, daß die Welt sehr leicht zu befriedi-gen ist, und selbst nur einen leichten, gefäl-ligen, behaglichen Schein begehrt; so wärees zu verwundern, wenn nicht Beguemlich-keit und Eigenliebe ihn bey dem Mittelmäßi-gen fest hielten, es wäre seltsam, wenn ernicht lieber für Modewaaren Geld und Lobeinkauschen, als den rechten Weg wählensollte, der ihn mehr oder weniger zu einem