Druckschrift 
3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
Seite
141
Einzelbild herunterladen
 

Ueber die Gerechtigkeit u. f. w. 141

ffei.1 ei.

«er

Set

«tu

Seen

'»

<fe

idt'er-lie-ch- 1

Ge-. fe-st):lei.

f

!er

m

iid

ibi| «

fr

;i P

ilt,

die

itl'

10

thum auch unvollftändig feyn. Und umgekehrt,wenn das Eigenthum keine dergleichen Verfchieden-heiten zuläfst, fo müffen fie fich auch mit der Ge-rechtigkeit nicht vereinigen laffen. Gebt ihr nundiefem letztem Satze euren Beifall, und fagt, dafsGerechtigkeit und Ungerechtigkeit keine Grade zu-laffen , fo behauptet ihr in der That , , dafsfie von Natur weder tugendhaft noch lafterhaftfind; indem Tugend und Lafler, Gutes und Böfesund in der That alle natürlichen Befchaffen-heiten fich ailmählig in einander verliehren, undbei vielen Gelegenheiten nicht mehr zu unterfchei-den find.

Und hier verdient es bemerkt zu werden, dafswir zwar nach dem abftrakten Raifonnement undnach den allgemeinen Grundfätzen der Philofophieund der Iurisprudenz den Satz, dafs Eigen-thum, Recht und Verbindlichkeit kei-ne Grade zulaffen, zugeben müffen, dafswir aber dennoch nach unfrer gewöhnlichen undgemeinen Art zu denken, grofse Schwierigkeitenantreffen diefer Meinung Beifall zu geben, und dafswir im Herzen im Grunde immer der entgegen-gefetzten Meinung zugethan find. Ein Ding mufsentweder dem einen oder dem andern gehören. Ei-ne Handlung mufs entweder gefchehen oder nicht.Es ift alfo nothwendig fich auf die eine oder die an-dere Seite diefes Dilemmas zu fchlagen, und dieUnmöglichkeit hier einen richtigen Mittelweg zufinden, verbindet uns, wenn wir über die Sache

nach-