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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
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fehle, ift keine befriedigende Antwort. Denn bei ei-nem Vatermorde bringt der Wille keine verfchiede-nen Verhältniffe hervor, fondern ift nur dieUrfacbe,von welcher die Handlung herrührt; und er bringtfolglich diefelben Verhältniffe hervor, welchein der Eiche oder Ulme nur aus andern Quellen ent-ftehen. Ein Wille oder die freie Wahl beftimmt ei-nen Menfchen, feinen Vater oder Mutter umzubrin-gen; und die Gefetze der Materie und der Bewegungbeftimmen einen Spröfsling, die Eiche zu zerftören,von welcher er feinen Urfprung hat. Hier habenalfo diefelbigen Verhältniffe mir verfchiedene Urfa-chen; aber die Verhältniffe bleiben doch noch im-mer diefelben: Und da ihre Entdeckung nicht inbeiden Fällen mit dem Begriffe der Unfittlichkeitverknüpft ift, fo folgt, dafs diefer Begriff nicht auseiner folchen Entdeckung entfpringt.

Aber um noch ein ähnlicheres Beifpiel zu wäh-len; fo möchte ich wohl jemanden fragen, weshalbBlutfchande unter den Menfchen für ein Verbrechengehalten wird, und weshalb dennoch diefelbe Hand-lung und diefelben Verhältniffe bei den Thierennicht die geringfte moralifcheSchande oderHäfslich-keit an fich haben? Sollte man antworten, dafs diefeHandlung bei den Thieren deshalb unfchuldig fey,weil fie nicht Vernunft genug hätten das Schandbarederfelben zu entdecken; dafs aber bei einem Men-fchen, der mit diefem Vermögen verfehen ift, dasIhn auf feine Pflicht einfchränken foll, diefelbeHandlung fogleich Sünde werde; follte man fo fagen,

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