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3 (1792) Ueber die Moral
Entstehung
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Von Tugend und Lafter überhaupt. 23

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entfteht nur die Frage, ob die Schuld oder die mo-ralifche Häfslichkeit diefer Handlung durch demon-ftrative Beweife entdeckt werden kann, oder ob fiedurch einen innern Sinn, durch eine Art von Ein«pfindung, welche die Reflexion über eine folcheHandlung natürlicherweife verurfacht, gefühlt wer-den mufs. Diefe Frage wird bald gegen die erfteMeinung entfcliieden werden, wenn wir diefelbigenVerhältniffe an andern Objekten darthun können,mit denen der Begriff von Schuld oder Unbilligkeitgar nicht verknüpft ift. Die Vernunft oder die Wif-fenfchaft befteht blos in der Vergleichung der Be-griffe und in der Entdeckung ihrer Verhältniffe; undwenn diefelbigen Verhältniffe verfchiedene Charak-tere haben, fo mufs nothwendig folgen, dafs derglei-chen Charaktere nicht blos durch Vernunft entdecktworden find. Um alfo die Sache diefer Prüfung aus-zufetzen, fo lafst uns ein leblofes Ding wählen, wieeine Eiche oder einen Ulrnbaum, und lafst uns an-nehmen , dafs etwas von feinem Saamen neben ihmhinfällt, das einen Spröfsling erzeugt, der nach undnach fo grofs wird, dafs er zuletzt feinen Mutter-baum überwächft und zerftört: fo frage ich, ob indiefem Falle irgend ein Verhältnifs fehlt, das fichbei einem Elternmorde oder bei dem Undanke ent-decken läfst? Ift nicht der eine Baum die Urfachevon dem Dafeyn des andern; und der letztere dieUrfache von der Zerftörung des erftern, gerade fo,wie wenn ein Kind feinen Vater oder feine Mutterermordet? Dafs die freie Wahl oder der Wille hier

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