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Ueberall ist großer Hunger unter den Menschen, unddoch gibt ihnen Niemand Speise. Die gewöhnliche Nah-rung, welche ihnen gereicht wird, genügt nicht mehr. Werdie Gnade hat zu beten, der mag wohl den Herrn derErndte bitten, daß er Arbeiter in seine Erndte sende.Verbinde ich die Stimmung von innen mit dem von al-len Seiten einbrechenden Urtheile Gottes von außen, dannmuß ich daraus schließen, daß die letzten großen Verän-derungen vor der Thüre stehen, mit denen der Herrseine Tenne fegen und den Weizen in seineScheune sammeln, aber die Spreu mit ewigemFeuer verbrennen wird (Matth. 3, 42.). O ja,er wird seinen Weizen gut verwahren, und wenn erauch im Siebe mit der Spreu etwas umhergestoßen undgeworfen wird, so geschieht dies bloß, um ihn von derSpreu zu reinigen und dann zu sammeln. Ich be-zweifle nicht, daß der Herr auf die Seim'gen acht hat.Er bewahre sie nur vor der schädlichen ungläubigen Beun-ruhigung, vor allzugroßer Furcht und vor dem zu mensch-lichen Betrachten und Besprechen der Dinge; denn dieseszerstreut nur die Guten und macht sie dadurch schwach.Beten und sich von Allem los reißen, was die Feindenehmen können, wird die beste Vertheidigung sein. UnserGott ist der Herr der Heerschaaren, unter dessen Oberbe-fehl alle Feldlager und Könige stehen. Und dieser unserGott wird gewiß feinen Zweck und sein Ziel erreichen, seies durch diesen oder jenen Menschen oder auf diesem oderjenem Wege, darauf können wir uns sicher bei ihm ver-lassen. Lese den ganzen 40. Psalm.
Ich bleibe durch die Gnade
Dein
in dem Herrn verbundener liebender,doch schwacher Bruder.
Mülheim, den 3. Oktober 1747.