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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
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208
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je länger je mehr an Einzelne entdecken möge: daß näm-lich im Menschen und in allem seinen eignen Thun undMühen keine Ruhe und kein Heil zu finden sei, sonderndaß wir allein gerechtfertigt werden durch den wahr-haften Glauben in dem Namen Jesu und durch einimmer zunehmendes Austreten aus uns selbst und allerCreatur, seinem zärtlichen Zuge in dem Grunde folgend,um durch ein inniges Loslassen allein in ihm erfundenund je langer je mehr in ihm vertieft zu werden. Wielange arbeitet man nicht in der Unwissenheit dagegen an,dieses nicht so ganz umsonst haben zu wollen! Den-noch muß man endlich bis zu dieser Armuth kommen, undeinmal so weit gelangt, ist sie uns lieber wie alle Reich-thümer. So sei und bleibe dann der Herr unser einzigerSchatz! Wir spüren es, Vielgeliebte, daß er es so ganz inuns sein will, und wie arm wird man doch, wenn manes ihn nicht so gänzlich sein laßt! Wir wollen daherdurch seine Gnade suchen, immer einfältiger und kindlicherbei diesem guten Herrn zu bleiben, dem Verlangen seinerLiebe genügend und uns ihm ganz mit geschlossenen Au-gen anvertrauend. Ach! er ist so unendlich gut und soallgenügend, daß man nur schweigen und diese nicht zuergründende Tiefe anbeten muß. Verherrlicht werde seinName bis in Ewigkeit!

Vielgeliebte, ich wollte Dich nur mit einigen Zeilenin Liebe grüßen, und schreibe doch unvermerkt so viel.Ich umarme Dich im Geiste wie auch, wiewohl unbe-kannt, Deinen Mann. Trage mich Unwürdigen in Dei-nen Gebeten auch dem Herrn auf, damit er sein Werk inmir vollbringe, ehe ich von hinnen gehe. Liebe den Herrndoch sehr, denn er ist Dir gut.

In ihm hoffe ich zu bleiben Dein

verbundener schwacher Bruder.

Mülheim, den 2. 3uni t737.

KD

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