Druckschrift 
Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
Entstehung
Seite
203
Einzelbild herunterladen
 

2M

Neun und achtzigster Brief.

Ohne Gott ist nichts Gutes in dem Menschen, und Alles,waS Gott nicht in uns bewirkt, ist bunkel und todt. Mankann Zeiten haben, wo man wohl sieht, wie es sein soll,und doch sehen muß, daß es so nicht ist.

Zn Jesus, der Dein Leben und Allessei, sehr werthe und herzlich ge-liebte Schwester!

Wiewohl ich nichts Besonderes zu schreiben habe, so^ muß ich Dir doch ein Briefchen von Gemeinschaft*)zusendcn, und ich thue es freudig und mit Erquickung imlIE Geiste, einfach mit der Feder ausdrückend, was im Grundeliegt, nämlich daß, da wir mit unserm Gott Gemeinschaft... haben in Christus, wir auch diese unter einander in ihm^ ^ besitzen. Daß sowohl das Eine wie das Andere stattsin-det, ist Gottes Barmherzigkeit, wofür er verherrlicht werde.»«L Er selbst mache, daß wir in ihm bleiben und in ihm, derunser Licht ist, wandeln, um ganz von seinem göttlichenmR Leben durchdrungen zu werden. Denn es ist eine ausge-machte, aber doch sehr verborgene Wahrheit, daß ohneGott nichts Gutes in dem Menschen ist und das Beste ,nichts taugt; Alles ist dunkel, todt, häßlich und widerlich,was er nicht in uns ist und bewirkt, wie schön es sich"" auch dem Auge zeigen mag. Ich muß gestehen, daß ichAllem, was aus dem Menschen kommt, keinen Geschmack

*) Redensart, deren sich die ersten Christen viel in ihrenBriefen bedienten, um damit zu erkennen zu geben, mitwem sie wohl das Abendmahl zu feiern wünschten; ja,ein solches Briefchen von Gemeinschaft wurde betrachtet,als ob man mit Jemandem das Abendmahl genossenhabe.

ÄU:tch rNÄs iNM!,