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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
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199
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unser Wollen, und gib uns daS kindlicheVertrauen zu dir, daß es geschehe zu deinerVerherrlichung! Amen.

Vielgeliebte, Du sprichst von dem seligen Vorrecht,unter die Zahl derer zu gehören, von und zu denen derHerr Jesus sprach: Ihr habt mich nicht erwählet,sondern ich habe euch erwählet u. s. w. O, wiefühlt mein armes Herz diese große Wahrheit, von der ichganz und gar nichts zu sagen weiß, die mich aber, auchohne eignes Bemühen und ohne daran zu denken, immer-während, um so zu reden, aus mir selbst flüchten macht,um nur so ganz nackt und friedsam in ihm zu leben, in-dem ich so allein das erste und beständige Warum undden Grund von allem Guten und aller Seligkeit finde,die in Zeit oder Ewigkeit in mir sein mögen. Die treuenund starken Seelen werden dieselbe Wahrheit bezeugen;aber ich weiß nicht, ob sie das von ihr fühlen, was einarmes schwaches Kind davon fühlt, was seines Elendesund seiner allgemeinen Nichtigkeit bewußt, nichtsdestowe-niger empfindet, daß es so zärtlich geliebt und geleitetwird, und nichts in sich selbst seiend, Alles im Herrn hatund durch ihn selbst zu dem vorbereitet wird, wozu essich selbst nicht bereiten kann. Nun, der Herr mache unsimmer mehr zu solchen Kindern, aus deren Munde ihmsein Lob so angenehm ist! (Matth. 21, 16.) Und dieswird geschehen, wenn das Gotteskind Jesus in uns lebt,und wir kein Leben noch Vergnügen, keine Stärke nochirgend ein anderes Gut mehr haben, als in ihm allein.Daß also Alles in uns schweige und ihm Raum lasse,denn nur das Seinige ist rein und wahrlich genügend!Amen.

Du klagst mit Recht, daß es so wenig Seelen gibt,die sich nur um die Angelegenheiten des Herrn beküm-mern, um ihm allein zu gefallen u. s. w. Gott weiß,