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Drei.und achtzigster Brief.
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Der Schreiber bittet um einen Segenswunsch in seiner neuen
Wohnung. Von Gideon und Gideons Altar.
In unserm theuern Heilande, derDich ganz erfüllen möge, sehrwerthe und herzlich geliebteSchwester!
Unerwartet habe ich eine andere Wohnung beziehenmüssen, womit ich gerade beschäftigt und noch lange nichtnach dem Aeußern eingerichtet bin, so daß ich kaum einPlätzchen zum Schreiben habe. Da ich zu diesem Umzuggezwungen wurde, so bin ich dabei beruhigt, sonst sindmir alle Veränderungen der Mühe nicht werth für diesekurze Zeit. Wünsche mir den Segen des Herrn in mei-nem neuen Zimmer, wenn es Dir eingegeben wird. Undich wünsche, daß Gideons Altar: der Herr des Frie-dens, in Deinem Herzen aufgerichtet werde (Richter 6,24.). Der wahre Gideon (deutsch: Brecher, Zerschmette-rer) thue solches zu seiner Verherrlichung, wenn die Altärealler andern Götter in uns zertrümmert sein werden! O,wie göttlich ist dieser Friede! ja, Gott selbst ist der tiefeFriede eines Herzens, in dem der Creatur und der Selbst-liebe nicht mehr geopfert wird, und in dem der Geist mitWahrheit sagt und wie ein süßes Geruchopfer dies großeWort aufsteigen läßt: Der Herr ist Gott! Nun,dieser Friede verberge und erfülle uns, dann ist es überallgut, und in diesem geräumigen Element können wir ein-ander auch abwesend grüßen und begegnen, wenn es demHerrn also gefällt.
Ich bleibe Dein
Dich im Herrn liebender Bruder.
Mülheim, den 16. April 1745.