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so lange kann man es deutlich fühlen und bemerken. Aberje reiner unser Glaube auf Gott allein beruht, desto we-niger laßt er sich durch den Verstand erkennen, unid den-noch gibt es dann dem Gemüthe eine weit tiefere Ruheund Festigkeit. Ein Anker, den man sieht, nützt zunichts, aber ausgeworfen und wie verloren in den Ab-grund des Meeres, halt er das Schiff; doch sehen wirdas Tau noch, ich will sagen die innige Neigung unddas innige Streben unsers Gemüthes, die nach mutenhingehen, um sich zu vereinigen mit und zu verlieren inGott, unsre einzige Zuflucht, Stütze und unser einzigesHeil in Zeit und Ewigkeit. O, welch ein guter, großer,unveränderlicher Gott ist er! Wie liebenswürdig ist erund alle seine Wege! Dies glauben wir jetzt, meinFreund, und ach! daß wir es alle Tage einfältiger undunter allen Umständen glauben möchten! Aber wir wer-den es bald auf eine unendliche, lebendige und klare Weisesehen, wenn der schwarze Vorhang unsers Körpers nie-derfallt, um nach Gottes bloßer Barmherzigkeit in Chri-stus sein seligmachend Angesicht zu schauen. Ja, wennich nach der Einfalt meines Herzens reden soll, so scheintes mir, daß alle Freude des Himmels mir im Vergleichmit der wahren Erkennung dieses großen Gottes unbedeu-tend vorkommt. Ihn zu kennen ist die volle Seligkeit.Und wer es nur weiß, wie er es wissen soll, daß Gottist, der er ist, der ist von nun an schon glückselig unterallen Leiden und Beschwerden dieses Lebens. O, diesergroße und gute Gott hat auch uns arme Würmlein zuseiner Erkenntniß und Liebe berufen, und so innig beru-fen, daß wir ganz in ihm zu sein wünschen. Er werdedann auch je länger je mehr unser einziger Gegen-stand in Allem! Sehen wir auf uns und das Unsrige,dann bleiben wir immer eingeengt, arm und elend. Gottwill, daß wir mit einem innigen, aber auch geräumigen