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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
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Seele in Stimmungen und Wege gebracht, welche ihr imAnfang als schädlich und böse Vorkommen, aus denen aberder Herr hintennach das wahre Gut und den größtenVortheil entspringen laßt. O, welchen thörichten Führerwählt der, der sich selbst folgt! aber wie ruhig, frei undsicher geht die Seele, die sich ganz dem Herrn übergibtund anvertraut, ohne irgend etwas von sich selbst zu er-warten! Dieses Erwarten von uns, dies Stützen aufuns und die Sorgen für uns, das Alles aus dem bösenQuell der Eigenliebe entspringt, liegt sehr nahe und haltdie Seele in Dunkelheit und Enge, selbst beim Genußvon vielem Licht und vielen Gaben; aber er, der Herr,weiß, wie er diesen Betrug den Seinigen entdecken muß,und wie er glücklich sie nöthigen soll, sich selbst zu verlas-sen und sich ihm zu übergeben, um mit der innigstenWahrheit alle ihr Gut und Heil von ihm allein zu er-warten.

Welche Barmherzigkeit ist es, lieber Bruder, daßuns der Herr je länger je tiefer und aus Erfahrung diegroße Wahrheit unseres Nichts und seines Alls erken-nen, und uns so innig in dem Gefühle dieser Wahrheitberuhen läßt. Man findet sie so passend in jeder Hin-sicht; man wird vom Herrn, nachdem man sich selbst ver-lassen hat, auf- und eingenommen; man lernt sich selbstvergessen, um in Unschuld und Einfalt nur den Herrnanzuschauen, dessen Sorge und Güte man um so größerfindet, je weniger man für sich selbst besorgt ist; sein We-sen und seine Wege sind uns sehr heilsam und wohlbehag-lich; ihn und seine väterliche Hand glaubt, sieht, verehrtund liebt man bei allen in - und auswendigen Ereignissenauch ohne vieles Untersuchen. Die kindliche Einfalt, dieder Herr auf diesem Wege mittheilt, macht die Seele wieim gegenwärtigen Augenblick leben, und es ist, als würdeihr keine Zeit gelassen, an sich selbst zu denken.

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