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Ich schreibe dies keineswegs, lieber Bruder, als obmir selbst dieser Zustand so zu Theil wäre gefallen; aber ^der Herr will mich dahin haben, er führt mich auf svn- O-iderbaren Wegen hin, und darum fließt es mir vielleicht ^so aus der Feder, weil er mir nahe liegt, obgleich das,was ich darüber sage, mir immer weniger genügt. Alles, ,Dwas man vom Herrn und seinen Wegen ausdrücken will,wird in bildlicher Vielheit ausgesprochen, aber in formlo-ser Einheit empfunden, im Geiste unseres Gemüths.Wollte ich meinen Gemüthszustand eigentlich erklären,dann müßte ich sagen: ich habe keinen Vorrath mehr; ichmuß unbekümmert in meinem Nichts und im Herrn be-ruhen, nichts wollend, als was er im gegenwärtigen Au- Aigenblicke zu geben oder nicht zu geben beliebt. Ich kamund darf über keine Gaben, über kein Licht, über keineGnade oder Tugend mehr Meister sein wollen, sondern^muß dem Herrn und seiner Gnade die gänzliche Leitung "meiner selbst überlassen. Ich habe einen unauslöschlichen ^Eindruck in mir, daß nur Er in mir herrschen, leben undAlles werden muß nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit ^in Christo. Dies wünsche, dies erwarte ich, inzwischendarin beruhend, daß der Herr ist was er ist. Sein Reichkomme! Amen.
Sehr treffend war mir, lieber Bruder, was Du vonDeinem Zustande sowohl im Allgemeinen als im Beson-dern vom Tode Deiner Gattin und Deiner gegenwärtigen ^Einsamkeit zu erkennen gibst. Dem Herrn Dank und^Liebe für alle seine Barmherzigkeit und Treue! Gewiß, ^ ^er wird sein Werk in uns festhalten und vollenden, und,^,uns die paar Schritte, die wir auf dem Pfade unsrer'^Pilgerschaft noch zu machen haben, in seiner Kraft undseinem Vermögen zurücklegen lassen. Auch Dir, mein, ^würdiger alter Bruder, wird gewiß Gutes undBarmherzigkeit folgen dein Leben lang (O ^