Druckschrift 
Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
Entstehung
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

137

^ Neun und fünfzigster Brief.

M-tz ' -

' ^ k« Werth und köstliche Wirkung der Gemeinschaft unter den", Nirx Heiligen.

»Uli,

In unserm gesegneten Heilande Je«sus sehr weither und herzlich ge-liebter Bruder!

Deinen Brief habe ich richtig erhalten und mich dar-i«ckL iehr erquickt; ich bin aber seitdem so beschäftigt ge-wesen, daß ich erst heute dazu kommen konnte, Dir mitMim ^ Feder zu antworten, was ich indessen oft im Geiste»ck« Methan habe. Sehr dankbar bin ich dem Herrn, dessengütige Hand es so geordnet hat, daß wir einander nichtin dieser fremden Welt getroffen haben, sondern ders»« ^ ""b auch noch so viel besondere Bereinigung in dem Geiste^/gegeben hat. Die Gemeinschaft der Heiligen (ach! daß^ . ich der Geringste von ihnen wäre!) ist ein Geheimniß der' E Gottseligkeit und ein größerer Schatz, als man gewöhn-^ . lich denkt und glaubt. Es ist eine Gemeinschaft in JesuChristo, als dem Haupte, aus dessen Fülle jedes Glied^ nach seinem Maaße Gnade über Gnade durch den Glau-ill » bxn einpfängt, und diese durch die Adern der herzlichenMH Liebe und Vereinigung in die andern Glieder wieder aus-gießct zur Verherrlichung ihres Ursprungs. Wer am in-7z, nigsten und beständigsten in Jesu bleibt, wird am meistenempfangen, und durch die Liebe theilen wir das Gute,i Andere empfangen, so wie wir auch durch die Liebe

Andern das mittheilen, was uns gegeben wird. Hiersind alle Güter gemeinschaftlich; das Eigne ist ausgeschlos-sen, und wer das Erhaltene sich allein zueignet, der ver-liert sicher was er hat, und verschließt sein Herz für jedeneue Gabe. Je entfernter das Eigne bleibt, desto mehr