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Die wahre Innigkeit ist Gottes und kein Menschen-werk; auf sie läßt sich mit Recht anwenden, was derHerr Jesus sagt: Es kann niemand zu mir kom-men, es sei denn, daß ihn ziehe der Vater,der mich gesandt hat. (Joh. 6, 44.) Die Erfah-rung hat es uns gelehrt, wie wenig unser eigenes Be-streben und unsre eigene Anstrengung uns innig machenkann; und das Licht des Herrn lehrt es uns hernach nochbesser, daß wir durch eigene Thatigkeit uns und sein Wir-ken in uns, statt es zu fördern, wie wir meinen, vielmehr verhindern. Eine innige Seele thut genug, wennsie gar nichts thut. Ein stilles Niedersinken, eine stummeEinwilligung, ein einfältiges Zusehen ist schon Arbeit ge-nug für eine Seele, in der Gott wirkt, und es würdeschon zu viel gethan sein, wenn sie zu aufmerksam aufdas achten wollte, was sie thut. Ehrfurcht für die HändeGottes muß uns die Hände in den Schooß legen machen,damit er Raum finde. Unser Wirken ist, als das unsrige,nur Eigenheit: der Herr muß es in uns Hervorbringen,wenn es in der That gut sein soll, und wie geistig esauch sein mag, es führt uns nicht aus uns heraus, denndieses muß der Herr allein thun. Darum wünsche ich,daß der Herr Dir und mir Gnade verleihen möge, unsihm täglich mehr hinzugeben, und uns je länger je mehrzu vergessen und zu verlieren in ihm, unserm Ursprung,der uns inniger ist als das Innigste unsers Wesens, undder auch allein nur würdig ist, der Gegenstand unsers Al-les zu sein. O, was stürmt nicht Alles auf unser Ge-müth los, um uns zu binden, zu beunruhigen, zu blen-den und zu zerstreuen! vorzüglich Diejenigen, die vielunter andern Menschen sein müssen und viel äußere Ge-schäfte haben. Darum ist es gewiß eine große Gnadeund sehr nöthig, unser Gemüth nicht zu viel an unsereGeschäfte zu hangen, sondern Alles so viel möglich in Ab-