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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
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Ein und vierzigster Brief.

Wir können Gott und seinen Frieden nie wahrhaft finde»Lurch Thun, sondern nur durch Lassen und Dulde»,weil Alles bloße Gnade ist.

Ich wünsche Dir den Frieden! Meinwerther und herzlich geliebterBruder!

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Deinen mir sehr angenehmen Brief habe ich erhalten.Es ist wahr, wie Du mit Recht anmerkst, die einfältigeWillenlosigkeit und die liebende Annahme von Gott undseinem Wohlgefallen, so wie es im gegenwärtigen Augen-blick ist, macht, daß wir in Allem befriedigt und wunder-bar gefördert werden, auch durch die geringsten und selbstdas Gegentheil zu bewirken scheinenden Dinge. Die Ue-bungen, Mittel und Wege, um zu Gott zu gelangen, sindmancherlei, nach der Beschaffenheit und dem Zustand derSeelen. Ich liebe und verehre Alles, was von der Gnadekommt und zu Gott führt. Unsre Uebung und unser Wegscheinen indessen je langer je bestimmter und einfacher zuwerden. Wir wollen aber unserm guten Herrn nur sohingegeben bleiben und ihm folgen, uns und allem Er-schaffnen absterbend, nach seiner Führung. Gott und seinFrieden kann, wie es mir vorkommt, nie wahrhaft durchThun gefunden werden, sondern allein durch Lassenund Dulden; und dies geht ganz einfach zu und oftweiter als man glaubte. Der Herr leihet uns zuweilenseinen kostbaren Hausrath, um unser Haus damit zuschmücken; aber unser Haus mag so schön sein als eswolle, doch ist die volle Ruhe der Ewigkeit nicht darin.Gott ist unsre Stelle und Wohnung. Darum nimmt erseine Herrlichkeiten wieder zu sich, und laßt uns nackt.

Kd«!

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