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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
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Fünf und dreißigster Brief.

Wir müssen dem Herrn für Alles danken, aber vorzüglich,wenn er uns die Gnade verleiht, daß wir allein in sei,nem Willen und Wohlgefallen ruhen könne», weil wiruns durch eigene Wahl ,uir ins Unglück stürzen würden,und Gott uns weit reiner lieht, als wir uns selbst.

In Jesu, der in Deiner Seele Lebenund Alles sei, herzlich geliebterBruder!

Deinen mir angenehmen Brief habe ich erhalten unddaraus mit Freude und Dank gesehen, daß Du Dich da-mals leidlich wohl befandest; ich kann indessen leicht den-ken, daß es Dir in Deinen Umstanden nicht an kleinenNebeln fehlt. Wir haben ja doch bei Allem Ursache, demHerrn zu danken, daß er uns noch gibt, was er gibt,und hauptsächlich, daß er uns die Gnade schenkt, ganz inseinem Willen zu beruhen, und nichts zu wollen, als nurIhn, und das, was ihm gefallt , zu geben oder zu neh-men ; denn wir wissen nicht, was uns gut ist. Wir sindunweise Kinder, die durch unser Wählen und Thun unsnur in Unglück stürzen, und vieles Gute verderben wür-den. O, wie gut sind wir versorgt und bewahrt, wennwir uns vergessen und verlieren, und unfern guten Gottnur für uns sorgen lassen, der eine ganz andere Liebe ge-gen uns hegt, als die ist, mit der wir uns in Unreinheitzu lieben, zu versorgen und zu bewahren glauben! Ja,Gott liebt uns mit einer Liebe, seiner würdig, d. h, miteiner göttlichen, reinen, unbegreiflichen Liebe; aber dieseLiebe wird wenig in ihrer Reinheit erkannt, sondern mei-stens nur getrübt; man dringt nicht ein in die Nacktheit;wenn aber des Herrn Hand die Eigenliebe in uns aus-

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