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In
der Gnade unsers Herrn Jes»Christi sehr geliebter Freund unkBruder!
Dem ist so, wie Du schreibst, daß es am besten seinichts zu wünschen und um nichts zu bitten, als daßGott seinen Willen in uns erfülle, und uns zum Ziel,führe, für das er uns erschaffen hat. Beim Gebet inzu viel Einzelheiten einzugehen, ist beinahe immer ein Be-weis, daß man noch stark in sich selbst lebt, und den Ei-genwillen und die eigne Weisheit noch nicht ablegen will.Je mehr die Seele erkennt, daß sie elend und unwissendist, um so williger überlaßt sie sich innig an Gott, seinemWohlgefallen und seiner Führung, so innerlich wie äußer-lich, mit verschlossenen Augen, nur begehrend, von seinemGeist und seiner Vorsehung geleitet und geheiligt zu wer-den. Diese Handlung des Hingebens, wodurch wirunser Herz, unfern Willen und Verstand nur Gott unter-werfen, hat ihre Stufen, so mit Hinsicht auf Reinheit un!Innigkeit, als Dauer; dergestalt, daß eine vollkomme»darin geübte Seele, auch unter ihren Geschäften, so an-haltend dabei bleibt, daß sie diese Handlung nichtwiederholen scheint, wenigstens nicht auf eine besondersmerkliche Art. Glücklich ist die Seele, die ihren Willenin die Hände Gottes legt immerdar! Sie steht gewißunter der Führung des Herrn, der sie durch sich selbjtödtet und lebendig macht, und sie immer reiner zum Le-ben rufen wird. Aber was halten wir fest? der Hmselbst muß und will durch seine Liebe, die uns in IchNamen so nahe beigekommen ist, uns inwendig finde»und die Hand bieten. Daß er uns immer kräftiger ein-nehme und wegführe, dies wünscht von Herzen
Dein
Dich im Herrn liebender Bruder
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