Druckschrift 
Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

40

dies allein ist unser Friede; aber wir werden bei der Aus-übung finden, daß dieses ein ununterbrochenes Abweichenvon uns selbst, und ein fortdauerndes Ertödten unsrerselbst erfordert. Denn sowohl die reine Liebe, die uns in-wendig, als die göttliche Vorsehung, die uns äußerlichregiert, bekämpft, kreuzigt und tödtet das Eigene ohneBarmherzigkeit, und treibt uns aus allen Schlupfwinkeln,damit wir weder in der Creatur noch in uns selbst hän-gen bleiben, sondern ganz baar in den Herrn eingehen,der auch allein unsre unerschütterliche Ruhe, unser Lebenund unsre Seligkeit sein will. O wie geziemt sich dieses,und wie ist Er alles dieses so wahrhaftig allein! Darumalso laß uns, Lieber, das Leben nicht lieben bisan den Tod (Offenb. 12, 11.), damit wir Vas ewigeLeben finden, was uns Gott geschenkt hat, und was derallein hat, der den Sohn hat. (1. Joh. 5, 12.)

Ich grüße Dich nebst Deiner lieben Hausfrau herz-lich im Herrn, in dein ich durch die Gnade hoffe zu bleiben

Dein

treu verbundener Bruder.

Mülheim, den 7. Zuni 1732.

Dreizehnter Brief.

Unsre Stärke besteht im Frieden; darum trachtet der Versucher stets, Unruhe in uns zu erwecken. Der Herr dage-gen sucht fortwährend nur Stille und Friede dem Gemü-the einzuflößen.

Geliebter Bruder im Herrn!

Beim Ucbcrsenden dieser kleinen Bücher ist es mirBedürfniß, Dich herzlich zu grüßen. Der Herr spreche