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Gottesfürchtige und erbauende Briefe über verschiedene Gegenstände, die das innere Leben oder die fortwährende Ausübung des Christenthums betreffen
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Elinzß

Neunter Brief.

Köstlichkeit der Liebe, die das Herz nicht verlockt und zer-streuet, sondern zu Gott führt, dem es allein gehört mitAusschluß aller Creatur und alle dem Unsrigen.

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In der Liebe von unserm Herrn Je-sus herzlich geliebter Bruder!

Da ich Deine Zurückkunst durch unsre Freundin X.X. mit Erquickung vernommen habe, so zweifle ich auchnicht, daß Dir mein Schreiben durch unfern Freund X.X schon mitgetheilt sein wird. Ich konnte damals keineZeit erübrigen, um auch an Dich zu schreiben, wiewohlmein Herz dazu geneigt war; sondern ich mußte mich be-gnügen , es im Geiste zu thun, was seit der Zeit schonmehrmals geschehen ist. Won Herzen erkenne ich dieGüte des Herrn, und danke ihr, daß wir noch einmalGelegenheit hatten, einander von Angesicht zu Angesichtzu sehen, und zwar mit so viel Vereinigung im Geistund in der Liebe, daß es mir zu einer innigen Erquickungim Herrn erstarkte. Wie köstlich ist nicht die Liebe zwi-schen uns, die das Gemüth nicht verlockt, vervielfältigtoder bewegt, sondern in seiner Ruhe laßt; ja, die Einheitund Innigkeit des Geistes mit Gott noch verstärkt undausdehnt, auf daß der Herr je länger je mehr Allesin Allem werde und bleibe. Täglich fühlt man mit derinnigsten Hingebung des Gemüths immer stärker und tie-fer, wie höchst billig es ist, daß der Herr Alles in Al-lem in uns, daß Alles Ihm unterthänig sei, und stillevor Ihm liege; daß sich alle Liebeskraft ungetheilt nachIhm wende; daß er Alles in uns wirke ohne Einmischungdes Eigenen u. s. w. Man fühlt, sage ich, daß dies sodurchaus nöthig, billig und erwünscht ist, daß man gern