E. O. Reiniger
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derlich schien und seinem stillen, schlichten Wesen auchgemütlich entsprechend war. Von großer Bedeutungfür seine weitere Entwicklung war seine erste ober-italienische Reise, welche ihn im Spätsommer 1864 andie Gestade und in die umliegenden Thüler des Garda-sees führte. Zu Torbole im Sarcathale lernte er denMünchener Maler Joh. Friedr. Hennings aus Bremen(geb. 1838) kennen, dem er sich in inniger Freund-schaft anschloß. Nächst Eduard Schleich st 812— 1874 ,hatte Hennings, einer der Phantasievollsten und farben-träftigsten Landschafter der Neuzeit, den entscheidendstenEinfluß auf seine künstlerische Richtung. Er brachte »ihn rechtzeitig von der damaligen Münchener grauenTonseligkeit zurück, deren sich Reiniger in seinen erstenBildern nur allzu willig hingegeben hatte. Die farbigereNatur Südtirols und Oberitaliens, mag gleichfallsdas ihrige zn dieser Wandlung beigetragen haben.
In Venedig, wohin der junge Meister jetzt wieder-holt ging, zog er die Architekturmalerei in den Kreisseiner Studien und gewann wohl dadurch auch fürseine Landschaften jene Schätzung der strengen Zeich-nung wieder, welche den jungen Künstlern unter derFahne des einseitigen Koloristentums gerne abhandenzu kommen pflegte. Zu mehreren groß angelegtenDarstellungen lockte ihn der Walenstüdter See; er wußtedarin, wohl auf Anregung seines Freundes Hennings,auch die Aufgabe reicher Staffirung glücklich zu lösen.
Mit Vorliebe jedoch kehrte er immer wieder in denbayerischen Bergen ein, wo neben dem Starnberger-und Chiemsee namentlich der Königssee und dessenUmgebung sein Lieblingsaufeuthalt wurde. Aus dieser