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E. O. Reiniger
großartigen Natur stammen seine meisten Bilder: DerObersee, Der Hintersee, Partie aus der Ramsau, undähnliche Motive.
Mehr und mehr fand sich der Name Reiniger ge-nannt, wo immer die vorzüglicheren Münchener Land-schafter aufgezählt wurden, und seine Arbeiten gewannenüberall hin, nach Hamburg, Mailand, Augsburg, Stutt-gart einen leichten Absatz. Aber leider fing seine vonHaus aus zarte Konstitution unter der Last von Arbeitzu wanken an, die sich der rastlos Strebende trotzäußerer Unabhängigkeit auferlegte. Ein Leberleiden stelltesich mit manchen Anzeichen eines raschen Verlaufes einund von der Staffelei hinweg, auf der ein für dieWiener Ausstellung bestimmtes vielversprechendes Bildvom Kvnigssee halbfertig zurückblieb, riß ihn ein Zehr-fieber auf das Krankenlager. In das Elternhaus zurück-gekehrt, fand er am 12. April 1873 ein sanftes undfriedliches Ende.
Die Münchener Kunstgenossen ließen dem treuen,neidlosen Freunde mit dem kindlich reinen Gemüte einenLorbeerkranz auf das frühe Grab legen. Weithin hatunter den Kennern deutscher Kunst die Nachricht vonseinem frühen Tode Schmerz erregt; denn Ernst Rei-nigers Landschaften waren ihnen mehr und mehr eineQuelle hohen Genusses geworden. Drei Eigenschaftenwaren immer anziehender daran hervorgetreten: diereife Durcharbeitung seiner landschaftlichen Motive inder Phantasie, die daraus entspringende klare und ein-heitliche Darlegung der jedesmal gewollten Wirkungund vor allem der musikalische Charakter des Vor-trages. Seine Linien haben einen wunderbar bewegten