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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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E. O. Reiniger

verein dankbare Zuhörer. Nach der Schulzeit machteErnst eine kaufmännische Lehre in der Tuchhandlnng seinesVaters mit Fleiß und Gewissenhaftigkeit durch, abernach Abschluß derselben brach die Liebe zur Malerei,der er, jetzt unter Albert Wagners') Leitung, viele Frei-stunden gewidmet hatte, mächtig bei ihm hervor. Ertrat von dem väterlichen Geschäfte in die Kunstschuleüber. Der gewissenhafte Unterricht des, aus der Düssel-dorfer Schule hervorgegangenen Professors der Land-schaftsmalerei Heinrich Funk'-) gab ihm die beste Ge-legenheit, sich aus einem weit vorgeschrittenen Dilettan-ten in einen, seinen Beruf gründlich durchlernendenKünstler umzubilden. In Begleitung Albert Wagnersmachte er im Sommer 1862 eine Studienreise in diebayerischen Alpen. Als eine schöne Frucht derselbenentstand sein erstes Bild: Die Zugspitze, das zu seinergroßen Freude gleich vom württembergischen Kunstvereinangekauft wurde.

Im Sommer 1863 ging Reiniger nach Münchenund brachte unter der Leitung von Piloty (1826—1886)ein Jahr an der dortigen Akademie zu. Dann richteteer sich sein eigenes Atelier daselbst ein, wo ihm nament-lich der Umgang mit den schon weiter fortgeschrittenenLandsleuten Karl Ebert^), Anton Braith (geb. 1836),Will). Hcinr. Schanmanu^) n. a. für seine Kunst för-

U 2. 309 Am». 2.

-) Geb. d. 12. Dez. 1809 zu Herford, gest. 22. Rov.1877 in Stuttgart.

3) S. tu Nr. XIX. G. F. Steinkvpf. S. 227 Aum. 3.

H Ein begabter Genremalcr, geb. am 2. Febr. 1841 inTübingen, gest. zu Stuttgart am 6. Juli 1893.