K. F- Beisbarth
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Der Theaterbau gab ihm Gelegenheit, zu zeigen,daß er in der Wertschätzung des lange mißachtetenRenaissancestiles den meisten seiner Fachgenossen voraus-geeilt war. Er rettete das erbarmungslos niedergelasseneGebäude, die Schöpfung des genialen Georg Beer >),wenigstens für die Kunstgeschichte durch eine Sammlungvon 268 Blättern mit 478 Nummern, die er durch ge-naue Messungen, schriftliche Erklärungen und beigegebeneDetails noch wertvoller machte. Dabei nahm er ebensoauf die konstruktiven Eigentümlichkeiten des herrlichenBaues als auf die ästhetischen Vorzüge desselben Rück-sicht. Weder Kälte noch Hitze achtend, Essen und Trinkenöfter vergessend und selbst häufiger Lebensgefahr in denjählings abgebrochenen Räumen trotzend, ruhte dertapfere Mann nicht, bis alles in seinen Mappen ge-borgen war. Sein Eifer ward auch Veranlassung, daßwenigstens von den feineren Architekturgliedern undPlastischen Zierden des Gebäudes einiges auf die kron-prinzliche Villa Berg und auf den Lichtcnstein verbrachtwurde. Erst zwanzig Jahre nachher kam Beisbarthzu dem stillen Bewußtsein, eine rettende That gethanzu haben, die äußere Gcuugthuung, daß König Karldie erste Abteilung dieser ungedruckten Monographiedes Neuen Lnsthauses für die k. Technische Hochschuleankausen ließ, dem wackern Meister aber die großegoldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verlieh.Später ist auch die zweite Abteilung vom königlichen
>) Gest, den 18. Juli 1600 zu Stuttgart. S. Wintterlinin dem Mg. Knnstlerlcx. von I. Meyer -c. Bd. 3 S. 281 ff.u. Klemm Württ. Baum. n. Bildh. bis nms I. 1780 in denWürtt. Vierteljahrs!), f. Landesgeschichte Jg. 8 (1882) S. 141 ff.