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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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F. A. Bruckmaiin

licher Schärfe, welche sich durch klare Anschauung derVerhältnisse, sowie in einem feinen, aber kantigen Wikäußerte: — eben durch diesen sarkastischen Humor undWitz wußte Bruckmann die häufig überschießende Phan-tasie des Freundes da und dort zu dämmen, etwa wieMerck auf Goethe wirkte. Sie waren damals unzer-trennlich und bis zu Bruckmanns schwerem Leiden fühltesich Rohmer nie ruhiger und beruhigter, als in seinerNähe. — Mit dem geschilderten Charakter Bruckmannsverband sich aber merkwürdig auch ein schwärmerischesElement, nämlich ein starker Zug, für eine große Sacheoder Person ohne Bedenken sich zu opfern. Währenddamals für Rohmer, der wesentlich universal gerichtetwar, das Vaterland erst in zweiter Linie stand, so wardagegen Bruckmann von einer glühenden Vaterlands-liebe beseelt. Er setzte fast von Beginn seiner Bekannt-schaft mit Rohmer große Hoffnungen für die Wieder-geburt Deutschlands auf ihn. Dies patriotische Interesseward neben dem Persönlichen und verwandtschaftlichen— Bruckmann wurde in der Folge Friedrich RohmersSchwager, indem er j1843^ dessen Schwester Mathildeheiratete — mitbestimmend für die großartige und selbst-vergessene Weise, in welcher Bruckmann fortan für ihnin jeder Beziehung, namentlich auch nach der finan-ziellen Seite hin, eintrat." Ob die Person und SacheFriedrich Rohmers solcher Opfer wert waren, ist hier nichtzu untersuchen. Aber das kann nicht verhehlt werden,daß dieses Verhältnis für die künstlerische EntwicklungBruckmanns nicht günstig war. Ist es an sich schonmißlich, wenn ein Künstler seine höchsten Lebenszielenicht in der Kunst selbst sucht, so war es in jener dem