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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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K. I. B. Neher

an den Bildern der Münchener Ludwigskirche die stilleRückwirkung von Overbeck auf Cornelius deutlich znTage getreten war, so zeigte sich auch Neher hier vielmehr im Nazarenertum befangen, als er sicher selbstgedacht hatte. Hagere Gestalten, knapp anliegende Ge-wänder, aseetische Physiognomien und alle anderenKennzeichen dieser Richtung scheiden jene Bilder, soschön sie in ihrer Art sind, von den späteren unver-kennbar ab. Zanth <Zadik>, ein Konvertit, der mitNeher eng befreundet war, soll ihn hauptsächlich indieser Richtung bestärkt haben. Ihre Forderungen sindentschieden noch strenger erfüllt in dem für die katholischeStadtpfarrkirche in Ravensburg im Jahre 1850 ge-malten großen Altarbilde mit der Kreuzigung in derMitte und den Aposteln Petrus und Paulus auf denFlügeln. Vielleicht hat es eben darum seinerzeit inRavensburg auch bei den Katholiken nicht gefallen wollen,denen die kunstgelehrtcn Voraussetzungen dieses Stilesunbekannt waren. In Stuttgart ging es ihm bei denProtestanten mit den drei ersten Kirchenfenstern nichtbesser. Der Boden war für diese Richtung in Schwabenvielleicht überhaupt weniger günstig, mindestens abernicht so gut vorbereitet, als am Rhein.

Den Rückweg zu Rafael und einer seinen Lands-leuten viel sympathischeren Ausdrucksweise fand Neherdurch eine im Jahre 1855 gemalte Kreuzabnahmemit lebensgroßen Figuren, welche für die StuttgarterStaatsgalerie angekauft wurde. Hier und in einigenanderen Staffeleibildern, einem Frühling >) t1858>,

i) Im Stuttgarter Rcsidenzschlosse.