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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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K. I. B. Neher

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Noahs Dankopfer') (1861) und Christus, die Kindersegnend <1863), fühlte sich Neher sichtlich freier als beikirchlichen Aufträgen. Als er dann wieder für Kirchenzu malen hatte, konnte oder wollte er nicht mehr inden Bann der seiner Natur doch fremden Nazarener-formen zurück. Schon in dem von dem verstorbenenHofebenisten Wirth bestellten Karton zu einem Glas-gemälde für die St. Leonhardskirche zu Stuttgart miteinem segnenden Christus und den vier Evangelisten<1863) zeigt sich ein freierer Stil; noch mehr aberwagte der Meister wieder er selbst zu sein in dem Kartonzu dem vierten Chorfenster der Stiftskirche mit derPfingstpredigt (1864—1865). Die freudige Aufnahmedieses Fensters bei den Stuttgartern mochte ihn an dieTage der Enthüllung des Jsarthores erinnern. Erblieb jetzt für immer auf dieser Bahn. In dem fünften,dem jüngsten Gerichte 2), schuf er ein herrliches Werkvoll Hoheit und Würde, in dem sechsten, der Anbetungdes Lammes, einen in seiner milden Schönheit ergreifen-den Ausklang seiner Kunst. In diesen drei letzten Bil-dern dienen große und edle, aber vorherrschend anmutigeFormen zum Ausdruck eines starken, aber durchaus ge-sunden religiösen Gefühls. Vor schematischer Hohlheitbewahrte den Meister der feste Halt an der Natur, dieer auch bei kirchlichen Bildern weit über den gewöhn-lichen Brauch hinaus zu Rate zu ziehen Pflegte. Kaufte

H Wie das solgende von Frau Hotrat v. Jobst Witwe inStuttgart bestellt.

2) S. B. v. Nehers „Jüngstes Gericht" von I. F- Krell inder (Leipz.) Jll. Zeitung Bd. 6l (1875) S. 23V.