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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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K. I. B. Neher

der Rückreise nach Biberach verweilte er einige Tage imevangelischen Stift in Tübingen als Gast seines FreundesWagner. Dabei verbrachte er auch einmal einen äußerstheiteren Nachmittag bei Wilhelm Waiblinger, der damalsein anmutig am Oesterberg gelegenes Gartenhaus bewohnte.Das dort geknüpfte freundschaftliche Verhältnis mit demDichter setzte sich später in Rom fort; Neher war im Jahre1830 unter denen, die den frühverstorbenen Landsmannzum Friedhofan der Pyramide des Cestiushinausbegleiteten.

In München, wo er im Herbst 1833 eintraf, fandder siebenzehnjährige Kunstjünger von einer sorglichenVerwandten, einer Schwester seiner Mutter, die demHaushalte des Domherrn Freiherrn von Ow Vorstand,schon die Wohnung und einen Kosttisch bestellt. An demedlen Herrn von Ow gewann er bald einen freundlichen,in allen Stücken rat- und hilfsbereiten Gönner. Erdurfte täglich in dessen Haus zum Frühstück kommenund am Sonntag bei ihm speisen. Sonntag nachmit-tags ging dann die Tante regelmäßig mit ihm spazieren,wobei er ihr einen rotseidenen Regenschirm von un-gewöhnlicher Größe zu tragen hatte. Das zog ihmmanche Neckereien von den Kameraden zu; er ließsich aber dadurch so wenig beirren, daß er nach demTode der guten Tante dem Rotseidenen eine lebens-längliche Gnadenheimat bei sich gewährte.

Zu fleißigstem Studium verlockten ihn die Samm-lungen, besonders in der Glyptothek. Dagegen fand erdie Lehrer der Akademie, die damals unter der Leitungdes Malers Johann Peter von Langer <1750-1824)stand, weder anregend noch fördernd. Gerade die streb-sameren Schüler hielten sich von der Anstalt ferne und