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K. I. V. Neher
ein Gruppenbild, seine eigene Familie, in Oel auszu-führen.
Als aber Franz Müller seinen Wohnsitz nach Ulmverlegte, entschloß sich der Vater Neher, seinen Sohnzur weiteren Ausbildung nach Stuttgart zu bringen.Er stellte ihn dort im Frühjahr 1822 mit einer Em-pfehlung von Biberacher Verwandten dem GaleriedirektorHetsch vor. Das helläugige Oberländerbürschlein wurdevon diesem und dem Bildhauer Professor Danneckerfreundlich ausgenommen. Eine Kunstschule gab es da-mals in Stuttgart nicht. Doch hatte Dannecker inseinem Hause eine Zeichenschule eingerichtet. Er ließ Neheran dem Modellzeichnen seiner Schüler, das morgensum fünf Uhr begann, teilnehmen. Hetsch, obwohl damalsschon ein kränklicher, verbitterter Mann, unterstützte denJüngling mit gutem Rate und lieh ihm Bücher undGipssiguren zum Selbststudium. Der Vater hatte seinemSohne nur eine kleine Barschaft zurücklassen können,aber ein Familiengemalde, das gleich nach der Ankunftin Stuttgart bei Bernhard bestellt wurde, sicherte ihm auflängere Zeit seinen Unterhalt. Für ein weiteres Halb-jahr gewährte ihm der Stadtrat in Biberach die Mittel,indem er ein lebensgroßes Bildnis von König Wilhelmin halber Figur für sein Sitzungszimmer bestellte. Neherfing nun im Winter auch an, den Homer, Virgil undandere Schriftsteller des Altertums in deutschen Ueber-setzungen zu lesen. Seine Kunstanschanungen fandeneine wertvolle Bereicherung durch häufigen Besuch derdamals in Stuttgart aufgestellten Sammlung von alt-niederdeutschen Gemälden der Gebrüder Boisseröe. Auchan anregender Gesellschaft fehlte es ihm nicht. Ein