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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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Rhein und Neckar herauf bis Cannstatt machte ihmnoch tausend Sorgen. Als endlich in den ersten

Oktobertagen des Jahres 1848, einer für Kunstgenüsseüberhaupt ungünstigen Zeit, die Enthüllung am Ein-gang der sogenannten Unteren Anlagen stattfand, schalltedem Meister aus der Mitte der Stuttgarter Beschauernicht das dolle Lob entgegen, ans das er mit Rechtgehofft hatte. Trotz allem, was gesagt und geschriebenwurde, kamen viele nicht von der Vorstellung los, alshabe man es nur mit Kopien zu thnn. Und doch

haben diese Gruppen mit allen anderen antiken undmodernen Darstellungen dieser Art eben nur das ge-mein, daß je ein Mann und ein Pferd beisammen

stehen. Den rückhaltslosesten Beifall spendeten die Pferde-kenner. Kunstverständige vermißten nicht ohne Grundjenen Hauch von Stilgröße, den die getreueste Nach-ahmung der Natur nicht von selbst gibt und die kolossaleErscheinung durch sich allein nicht ersetzen kann. Daswirkliche Verdienst dieser Werke darf aber dabei nichtübersehen werden. Hofer hat unseres Wissens zumerstenmale die arabische Pferderasse mit den feinen,

elastischen Gliedern und dem feurigen, sensiblen Tempera-mente vollkommen getreu dargestellt. Auch seine durch-aus selbständige Komposition der Doppelgruppe istgründlich durchdacht und in ihrer Gesamtwirkung wohlberechnet. Beide Pferde bäumen sich hoch auf, aberdas eine in gutmütigem Mutwillen, das andere inwiderspenstigem Zorn. Dadurch kommt bei aller Aehn-lichkeit doch auch wieder eine merkliche Verschiedenheitin die Haltung der Tiere, wie der Führer. Die Mar-morarbeit gibt ein rühmliches Zeugnis von der natür-