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K. W. Gangloff
Leben zu zeichnen, wozu ihm häufig kleinere FußreisenGelegenheit gaben. Das Leben und Treiben des Land-volkes, wandernde Judenfamilien, durchziehende Truppen,alles, was das Auge als charakteristisch reizen konnte,stellte seine Hand mit einer für einen Autodidaktenüberraschenden Keckheit und mit steigender Sicherheitim Zeichnen dar.
Zu Anfang des Jahres 1811 siedelte Gangloff mitseinen Eltern nach Merklingen OA. Leonberg über,wo er bei dem dorthin zum Amtsschreiber ernanntenVater als Gehilfe fortdiente, weil die beschränkten Ver-hältnisse der Familie und die ungünstigen Zeitläufeeinen Berufswechsel unmöglich zu machen schienen.
Seine Freunde ließen es indessen an Aufmunterungzu künstlerischer Thätigkeit nicht fehlen. Kerner wolltevon ihm eine Zeichnung für sein Büchlein über dasWildbad haben und zu dem von dessen Freundeskreiseherausgegebenen Musenalmanach auf 1812 bestellteder Verleger G. Braun in Heidelberg Illustrationenvon seiner Hand. Aber diese Aufträge machten demungeschulten Künstler eine große Schaffensqual. Unterm16. April 1811 schreibt er über den Braunschen an seinenVetter Karl Friedrich Wagner, den späteren Legations-rat: „Schelte mich nicht, wenn ich Dir sagen muß, daßvon meiner Seite in der Allmanachsgeschichte noch garnichts geschehen ist. Ich gestehe Dir, daß mir meinVersprechen, welches ich Braun that, schon sehr sauergeworden ist. Meine Ideen werden nur durch gewisselebhafte Eindrücke erzeugt, oder vielmehr gewekt; undgebricht es an letzteren, und ich weks jene mit vielerMühe selbst, so ist es mit ihnen, wie mit Kindern,