K. W. Gangloff
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sonstiger Ausbildung übrig ließ. Ein deutscher Homer,vermutlich die Voßsche Uebersetzung der Ilias, entzündetegewaltig seine Phantasie. Hatten ihn vorher schon dieRittergeschichten und ritterlichen Knabenkümpfe zu Kom-positionen verlockt, so entwarf er jetzt mit Bleistift undFeder, später auch mit schwarzer Kreide in Umrissenunzählige Darstellungen homerischer Scenen, die beimancherlei Mängeln der Zeichnung doch durch denReichtum künstlerischer Motive und einen vielfach anCornelius erinnernden Zug von Kraft und Größe über-raschen. An späteren Versuchen dieser Art zeigt sichein bedeutender Fortschritt im Technischen, der namentlichdurch das Studium der Umrisse von John Flaxman (1755bis 1826) zum Homer und der Zeichnungen der BrüderFranz (1786—1831) und Johannes (1789—1860)Riepenhausen zu Tiecks Genoveva hervorgerufen wurde.Zu den homerischen Stoffen kamen von Anfang anbiblische, später auch romantische, besonders aus demNibelungenliede, dem er seine gelungenste Komposition,Kriemhilde an der Leiche Siegfrieds, entnahm. Vonneueren Dichtern wirkte Schiller am mächtigsten auf ihnein. Er entwarf Zeichnungen zum Wallenstein, beson-ders zum Lager, zur Jungfrau von Orleans und zumTell. Doch gedachte er sich auch an Goethes Faust zuwagen.
Der frühzeitige Kompositionsdrang, der sich mit-unter auch in dichterischen Versuchen H Luft machte,hinderte ihn jedoch nicht, fortwährend fleißig nach dem
*) Ein erhaltenes längeres Gedicht „Ter Traum", eine Geister-erfcheinung auf einer verfallenen Burg, zeigt ihn ganz als Schülervon Uhland und noch mehr von Kerner.