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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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F. S. Stirnbrand

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in einem Bäckerladen znm Verkauf ausgestellt und vomErlös neue Materialien erworben."

Aber mittellos, wie Stirnbrand war, mußte er imJahre 1805 Lehrling bei einem Dekorationsmaler inLinz werden; doch durfte er daneben wenigstens dieSonntagszeichenschule besuchen. Eine ihm von demdurchreisenden Kaiser Franz angebotene Freistelle auf derWiener Akademie konnte er aus Mangel an Unterhaltnicht annehmen und blieb als Geselle in dem Hauseseines Lehrherrn. Nachdem er noch einige Zeit Kunst-unterricht bei dem Maler Anton Hitzenthaler in Linzgenossen, kam er auf der Flucht vor militärischer Aus-hebung in Frankfurt a. M. zu einem Blechwaren-fabrikanten, dessen Geschäft er durch Bemalung vonDosen, Tassen rc. mit den Bildnissen Napoleons, derKaiserin Maria Luise, Hofers, Schills u. a. empor-brachte. In einer vom Fürstprimas von Dalberg imEnglischen Hof errichteten Ausstellung fand der baldmit doppeltem Wochenlohn bezahlte Geselle, der nun zuHaus arbeiten durfte und sich bei dem bekannten Sprach-lehrer Meidinger einmietete, Gelegenheit zum Sehenund Kopiren von alten Gemälden und Kupferstichen.Dort lernte er auch den kunstfreundlichen französischenGesandten, Graf Hetteauville, kennen, der sich von ihmmalen ließ. Das gelungene Bildnis verschaffte ihmKundschaft bei den französischen Offizieren; aber durchden russischen Feldzug gingen die Geschäfte flauer, undsein Fabrikherr mußte ihn- entlassen.

Stirnbrand ging nach Stuttgart, faßte dort be-sonders durch den Kaufmann Reihlen als PorträtmalerBoden und erwarb so viel, daß er im Jahre 1816 eine