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Württembergische Künstler in Lebensbildern : mit 22 Bildnissen in Holzschnitt
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I. F. Dieterich

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einem zweiten Aufenthalt in Italien auf drei Jahreeine jährliche Pension von 700 Gulden.

Dieterich reiste im Jahre 1818 dahin ab, besuchtedie Hauptkunststätten in Ober- und Mittelitalien, sahauch Neapel noch einmal und fing dann in Rom eingroßes Bild an: Abrahams Einzug in Kanaan, elf Fußbreit und über acht Fuß hoch, mit Figuren von zweiDrittel Lebensgröße. Dieses Werk (im StuttgarterResidenzschlosse) zeigt, daß er seine Formensprache fürdie religiöse Kunst bei den Vorgängern Rafaels zulernen suchte, zu deren Studium und Nachahmung ihnjetzt in Rom der engste Anschluß an Cornelius, Over-beck, i) Veit, Schnorr u. a. führte. Trotz einigenMängeln in der allzu reichen Komposition macht dasBild mit vielen hübsch erfundenen Motiven, besondersvon Kinder- und Frauengruppen einen ansprechendenEindruck, der nur dadurch gestört wird, daß in Linienund Farben ein stark realistisches Gefühl oft genug dieangekünstelten Stilformen durchbricht. Uebrigens bliebDieterich bei dem vorwiegend katholischen oder katholi-sirenden Umgänge doch ein guter Protestant, was erauch als mehrjähriger Vorsänger in der Kapelle derpreußischen Gesandtschaft bewährte?)

Gegen das Ende seines italienischen Aufenthaltes,den er auf ein viertes Jahr ausdehnte, malte er fürden Schönfärber Hetsch in Biberach, der ihm die Mitteldazu gewährt hatte, eine Anbetung der Hirten im „alt-

0 Das Stuttg. Kupferstichkabinet besitzt als Geschenk von Prof.I. Grünenwald eine männliche Gewandfigur, deren Kopf verrät,daß Overbeck dem Freunde zu dieser Bleistiftstudie Modell stand.

2) S. darüber Nippold R. Rothe Bd. 1 S. 349 u. 357.